Aus Liebe zum Verein

Neben Familie, Partnerin bzw. Partner und Freunden steht für Fußballfans der eigene Verein an oberster Stelle, wenn nicht sogar an Position Nummer eins. Mit Herzblut werden Choreographien vorbereitet oder die Stimme bis zum Verlust im Stadion strapaziert. Mitunter wird sogar der Jahresurlaub nicht ganz rein zufällig an dem gleichen Ort verbracht, wo auch die Lieblingsmannschaft zeitgleich ihr Trainingslager hat.

Wie aber auch in der Liebe zwischen zwei Menschen kriselt es zwischen Fan und Verein auch mal und erst dann zeigt sich, wieweit diese Liebe bestand hat. „In guten, wie in schlechten Zeiten“ steht man zum Verein und auch Entscheidungen, die innerhalb diesen getroffen werden, die konträr zur eigenen Vorstellung stehen, werden akzeptiert. Was ist aber, wenn die Akzeptanz nicht nur mürrisch, sondern wütend oder entsetzt erfolgt oder gar ganz ausbleibt?

Ich hielt immer zu RB, aber den Capitano so abzuschieben, ist unter aller Sau!

Als die Meldung, dass Daniel Frahn aussortiert werden soll, durch die Medien ging, entluden viele Fans ihren Unmut darüber auf diversen Seiten im Internet. Dass der Kapitän und Rekordtorschütze, der wohl wie kein anderer das Bild von RB Leipzig geprägt hat, einfach so kurz vor Weihnachten von der fehlenden Perspektive im Verein erfahren haben soll, vermieste nicht nur dem Beteiligten selbst das Fest. Für viele Fans anderer Vereine war dieses scheinbare Vorgehen vom Plastikclub ein gefundenes Fressen. Wie sollte solch ein Konstrukt sonst mit seinen langjährigen Teamleader umgehen? Auf der anderen Seite waren aber auch viele Fans von RasenBallsport Leipzig, die das, was der Verein mit Daniel Frahn machte, von Undank geprägt. Frahn schoss nicht nur viele Tore, sondern trat als Kapitän oft als Gesicht der Mannschaft auf. Das nun gerade er den Verein verlassen soll, war für viele ein Schlag in die Magengrube.
Inwieweit ist es aber als fehlende Dankbarkeit und Rückhalt auszulegen, wenn ein Verein im offenen Dialog einem Spieler sagt, dass er nur noch sporadisch zum Einsatz kommen wird?
Betrachtet man es unter dem Aspekt „Liebe“ kann man vergleichend fragen: Wenn die Gefühle einfach nicht mehr reichen, sollte man nicht Klartext reden und dem Gegenüber die Chance zur Umorientierung geben? Oder auch: Wenn nur noch eine Fernbeziehung möglich ist, dürfen beide Parteien nicht unabhängig von einander entscheiden, ob sie das überhaupt wollen?
Im Beispiel Daniel Frahn wurde der Vertrag weder aufgelöst, noch wurde Frahn auf die Tribüne verbannt. Es wurde nur gesagt, dass aufgrund der gestiegenen Ansprüche und der Qualität seiner Positionskonkurrenten ein Stammplatz nicht mehr realistisch ist. Hat der Verein den Spieler verraten oder die früheren Leistungen negiert?

Alle wissen, was sie an Frahn haben, aber manchmal reicht es einfach nicht mehr. In der Liebe, wie im Verein.

2 Kommentare zu “Aus Liebe zum Verein

  1. Als ich durch eine Facebook Gruppe erfuhr, das Daniel Frahn ein Wechsel nahe gelegt wurde war ich zunächst auch geschockt. Aber wie du schon schreibst ist er wohl einfach nicht mehr gut genug und da ist es sogar sehr fair das offen zu sagen anstatt in einfach immer nur noch nicht in den Kader zunehmen. Vielleicht schafft es ja doch und wird sogar wieder Stammkraft. Ich wünsche es ihm zumindest. Er ist der Spieler von RB und für viele Fans enorm wichtig.

  2. Erst mal gute Seite und zum Beitrag an sich muss ich sagen das Daniel Frahn als Stürmer für RB nicht mehr reicht. Auf der 10er Position könnte er aber seinen neuen Stammplatz finden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.