Der Masterplan zur Fußballrettung

Machen wir uns nichts vor: Der deutsche Fußball ist seit 2009 am Boden. Mit der – nennen wir es – Gründung von RasenBallsport Leipzig wurde der Region Leipzig jegliches Potential für die Herausbildung von Talenten und den beiden einzigen Fußballvereinen in der Stadt alle Chancen für das höherklassige Spielen genommen. Seit vielen Jahren haben sich aber echte Fußballfans zusammengeschlossen und diese versuchen mit allerlei Mitteln der Bullenpest Einheit zu gebieten.

Als V-Männer und V-Frauen in der merkwürdigen Fußballwelt rund um RB Leipzig konnten wir einige Punkte zusammentragen, die der Zielsetzung „RB Leipzig zur Aufgabe zwingen und den Fußball retten“ nachkommen.

  • 1. Schreib überall, wo es auch nur ansatzweise um Fußball und/oder Leipzig geht, den Claim „Scheiß Red Bull“. Die subtile Botschaft wird sich schlussendlich beim Leser manifestieren und der Getränkegigant wird aufgrund von Markteinbrüchen die Insolvenz anmelden müssen.
  • 2. Jede auch noch so gut klingende Aktion von Red Bull, RB Leipzig oder Anhängern von einen der beiden „Gemeinschaften mit beschränkter Haftung“ ist böse und schlecht. Mit hinterhältigen Lügengeschichten soll sich die Sympathie von Menschen erkauft werden. Der Boykott von Spendenläufen, Fernsehsendungen, Zeitungen mit Werbung von Red Bull, Kindertrainingslagern, Produkten von Rauch (Abfüller von Red Bull), Kümmerling, Faber Castell, Batida de Coco (gleiche Werbeagentur) und ähnliches muss zum Alltag gehören. Alle, die mit diesen Fußballzerstörern zusammenarbeiten, müssen das finanziell zu spüren bekommen.
  • 3. Deine Mannschaft braucht dich als stimmliche Unterstützung? Die Widerstandskämpfer von „Nein zu RB“ oder anderen Bündnissen brauchen dich viel mehr! In jedem Spiel solltest du deswegen mindestens über drei Minuten hinweg „Scheiß Red Bull“ grölen.
  • 4. RB Leipzig hat keine Mitglieder und deswegen wird dort ALLES über die Köpfe der Stadionbesucher hinweg entschieden. Mische dich also gezielt bei deinem Verein ständig ein: Ein Spieler, den du schlecht findest, wurde verpflichtet? Geh zum öffentlichen Training und mache deinen Unmut Luft. Ein „Du bist scheiße“ hat schon viele Spieler dazu bewegt den Verein wieder zu verlassen.
  • 5. Suche gezielt im Internet nach „Fanseiten“ von RasenBallsport Leipzig und verkündete deine Botschaft. Für viele ist zwar schon jede Hoffnung zu spät, aber es könnten trotzdem einige darunter sein, die nicht wissen, dass Red Bull scheiße ist. Ein aufgeklärter Konsument ist ein Fußballfan, der Geld in deine Lieblingsmannschaft stecken kann.
  • 6. Auch wenn es viele RB Leipzig Mitläufer gerne anders sehen würden: Als Traditionsfan ist man automatisch besser und muss nicht noch mit irgendwelchen intelligenten Argumenten genau diese Tatsache untermauern. Es würde ohnehin nichts bringen, da der Großteil der Leipziger Fußballmörder sie nicht verstehen würde. Mit Worten wie Tradition, Fankultur oder Mitspracherecht können diese Kapitalisten einfach nicht umgehen.
  • 7. Du siehst einen Sticker von RasenBallsport Leipzig an einer Laterne? Reiße ihn runter. Leipzig ist und bleibt blau-gelb oder grün-weiß, aber niemals rot-weiß!
  • 8. Um die Stadt von rot-weiß sauber zu halten, ist es manchmal nötig, dass du fremden Menschen nicht nur ungefragt deine Meinung über das Produkt ins Auge drückst, sondern manchmal musst du auch zu härteren Mitteln greifen. Schals, Mützen oder Trikots sind genau richtig um deinen Kamin in den bayrischen Alpen anzufeuern oder Molotowcocktails daraus zu bauen.
  • 9. Schau dir jedes Spiel von RasenBallsport Leipzig an: Man muss den Feind kennen.
  • 10. Dein Verein spielt am Montagabend auswärts in Leipzig? Du willst doch wohl nicht hinfahren und zeigen, wie echte Fußballfans aussehen? Boykottiere das Spiel! Anders lernen diese Idioten es sonst nicht und denken noch, dass du zum Spiel wegen der Heimmannschaft fährst.
  • 11. Erstelle eine Facebook-Seite und poste dort Links zu Artikeln über RB Leipzig mit knackigen Zusammenfassungen. Stell deinen Seitenbesuchern gekonnt Fragen, die die Neugierde wecken: „RB Leipzig will auch im Jugendbereich erfolgreich sein. Wie scheiße finden wir das?“ und veröffentliche täglich Werbung zu Anti-RB-Shirts und Stickern. Vergiss dabei aber nicht den Ref-Link, da mit Anti-Kommerz-Artikeln trotzdem Geld verdient werden sollte und es noch nie verkehrt war mit Hass Geld zu verdienen. RBL-Kunden und selbst wenn sie sich als „neutral“ oder als Fan einer anderer Mannschaft ausgeben, werden konsequent erst beleidigt und dann gesperrt. Homophobe Sprüche, Aufrufe zur Gewalt oder Beleidigungen solltest du mit einem „like“ unterstützen und dich mit Vereinen, die gegen RB Leipzig spielen müssen, sympathisieren. Ihr zieht alle an einem Strang! Gemeinsam mit allen Mitteln gegen das Feindbild RasenBallsport Leipzig!
  • Und zu guter Letzt der wohl wichtigste Punkt: 12. Gegen modernen Fußball und am besten gegen alles Moderne. Freistoßspray, Elfmeterschießen, Einwechselspieler, längere Shorts, Schienbeinschoner und all der andere moderne Kram gehören für dich nicht zum echten Fußball und auch in anderen Bereichen darf die Moderne keinen Einzug halten. Brötchen kauft man beim Landbäcker und dein Fernseher zeigt, wenn überhaupt, nur ARD und ZDF. Im Radio laufen bei dir nur Schlager und die Rechtschreibreform war schon 1876 und an die hat man sich auch zu halten.


  • Wenn du dich in jeder Situation an diese zwölf Punkte hältst und noch weitere Menschen vom großen Ziel, der Vernichtung von RB Leipzig, überzeugen kannst, dann steht dem Gelingen nichts mehr im Wege: Ihr seid der zwölfte Mann, euer Verein wird finanziell schlechter dastehen und jeder Bericht über Proteste am Rande eines RB Leipzig Spiels spült über Umwege Geld in die Taschen der Red Bull Besitzer. Es gibt nichts, was RasenBallsport Leipzig irgendwie stoppen könnte. Die Proteste hätten vor der Gründung 2009 bundesweit erfolgen müssen, aber damals sah man wohl die „Gefahr“ nicht oder es gab Wichtigeres und heute ist es für das Wichtigste zu spät. RB Leipzig kann – wie jede andere Mannschaft – auf dem Fußballfeld besiegt werden und das taten auch schon einige Mannschaften, aber nicht durch das grölen von Hassbotschaften oder das Anzünden von Fanschals, sondern schlicht und einfach, weil die Mannschaft besser war. Es ändert nichts daran, dass einige RasenBallsport Leipzig nicht als Verein akzeptieren wollen, so lange sich der Verein an die Regeln des DFB und der DFL hält, ist er legitimiert und damit gleichgestellt zu Lokomotive Leipzig, Bayern München oder dem Hamburger Sportverein.

    Wer Fußball ohne RB Leipzig will, muss wohl oder übel ein eigenes Land und einen eigenen Fußballbund gründen, aber niemand sagt, dass dieses Land dann gleichermaßen von der Bundesrepublik Deutschland akzeptiert wird. In den unteren Ligen, in denen Geld nichts zählt, funktioniert der Fußball auch nicht immer perfekt und dort kann RasenBallsport nicht schuld sein. Es ist klar, dass man immer einen Schuldigen sucht und es ist einfach schön, wenn man ihn so schnell in irgendeinen Verein und deren Anhängern findet. Man findet Verbindungen, die es in der Wirklichkeit nicht gibt und bastelt sich die Welt, wie sie einen gefällt. Menschen wollen immer für alles eine Begründung, aber wenn der Lieblingsverein verliert, muss nicht immer irgendjemand anders schuld sein, sondern vielleicht sind die eigenen Spieler schlicht und einfach zu schlecht?
    Die Spieler von RB Leipzig waren gegen Heidenheim auch einfach zu schlecht und nicht der böse Clan rund um Voith trägt die Schuld daran. Wer spielt, kann verlieren und im Leben gehört das auch zur schönsten Nebensache der Welt dazu.
    Die Fans von RasenBallsport kennen auch nicht nur Erfolge, aber trotzdem gibt es auch unter ihnen Erfolgsfans, aber nicht ohne Grund lockt Lokomotive Leipzig derzeit im Schnitt 2 500 Fans an, wohingegen der, wie sie es selbst sagen, Vorgänger VfB Leipzig noch bis zu 100 000 Zuschauer anzog. Wie erkennt man einen Erfolgsfan? Weiß der Erfolgsfan vorher, dass das Spiel gewonnen wird oder wonach entscheidet man, ob man zum Fußball geht? Ist ein Misserfolg einfach eine Niederlage? Ein Abstieg? Ein Nicht-Aufstieg? Das Nicht-Erreichen des internationalen Geschäfts? Wenn es danach ginge, dann hätte Bayern München nur echte Fans, wenn sie mindestens 27 Jahre alt wären. In der Saison 1991/1992 wurden die Münchner nur Tabellen 10 und verpassten damit das internationale Geschäft. Wenn man davon ausgeht, dass man mit vier Jahren aktiv so etwas mitbekommen könnte, kennen alle Fans, die jünger als 27 Jahre alt sind keine Misserfolge und müssten im Umkehrschluss Erfolgsfans sein oder wie wird das nun definiert? Als Fan bevorzugt man selbstverständlich den Erfolg seiner eigenen Mannschaft, aber man kehrt ihm nicht den Rücken zu, wenn es mal nicht so gut läuft. Ein paar verlorene Spiele bedeuten noch keinen Misserfolg und ein paar gewonnene Spiele machen die Saison noch nicht zu einer guten. Die eigenen Ansprüche an den Verein und die Vorgaben, die durch diverse Ressourcen bestimmt werden, sind entscheidend. Eine Niederlage gegen den klaren Favoriten kann man auch als Erfolg sehen, wenn die eigenen Mannschaft sich nie aufgab und gute Ansätze gezeigt hat.
    Nicht jeder, der bei RB Leipzig im Stadion sitzt, ist auch unbedingt ein Fan der Mannschaft. Zu besonderen Spielen will man sich das ganze vielleicht auch nur anschauen und die Atmosphäre genießen und auch das kennt fast jeder Verein, der nicht ständig ein ausverkauftes Haus melden kann. Im Oktober 2014 spielte Lok Leipzig im heimischen Bruno-Plache-Stadion vor rund 5000 Zuschauern, obwohl sonst um die 2500 Leute den Weg ins Stadion finden. Der Gegner, RasenBallsport Leipzig 2, lockte wohl auch einige in die heiligen Hallen, die sonst nicht nach Probstheida fahren.
    Überdies gibt es natürlich auch noch weitere nette Umschreibungen beziehungsweise Vorurteile, aber würde es wirklich etwas bringen, jeden einzelnen Punkt haarklein zu analysieren und gegebenenfalls zu widerlegen?

    Am Ende des (Spiel) Tages sollte sich jeder fragen, ob er lieber etwas bekämpfen möchte, was man nicht besiegen kann oder dazu beitragen will, dass etwas, was man liebt, Unterstützung erfährt. Als Anhänger von RB Leipzig muss man sich solche Fragen in den meisten Fällen zum Glück nicht stellen…

    Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

    2 Kommentare zu “Der Masterplan zur Fußballrettung

    1. Mir fallen noch mind. 10 weitere Punkte ein, an die sich die ganzen Hater halten und alle verfehlen ihr Ziel: RB Leipzig wird niemals untergehen.
      Echt traurig, dass andere so ein langweiliges Leben haben müssen, dass sich gegen irgendeinen Verein so vorgehen müssen, aber immerhin ist das alles Werbung für uns.

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