Immer nur Freikarten!

Alles, was Spaß macht, kostet Geld. Der geneigte Fußballfan muss sich deswegen auch überlegen, ob er jedes Wochenende das Geld aufbringen kann oder man lieber auf diverse Liveticker zurückgreift. Doch was wäre, wenn man kostenlos zum Fußball könnte? Als Pionier auf diesem Gebiet fungiert RB Leipzig seit Jahren und lockt tausende Anhänger aller zwei Wochen in die Red Bull Arena. Heute ist auch wieder so ein Tag, an dem es Fußballkunst kostenlos zu begutachten gibt.

Spaß beiseite (denn der kostet ja ohnehin nur gutes Geld):

Alles nur Freikarten!

gilt nicht. Wie jeder Verein darf RB Leipzig einmal pro Halbserie ein gewisses Kontingent an Freikarten für ein Pflichtspiel unter den Interessierten verteilen. Meistens wählt man dabei ein Spiel gegen einen unattraktiven Gegner, damit das Stadion trotz des Gästeclubs gut besucht ist. Durch Gewinnspiele oder ähnliches können selbstverständlich auch anderweitig Freikarten unter’s Volk gebracht werden, aber dann auch ohne Zutun durch den Verein. Die heutigen Freikarten sind sogar „nur“ für ein Testspiel. Der Gegner ist zwar auch hier für viele nicht der attraktivste, aber man sollte auch nicht den Vergleich zur Sommervorbereitung mit Testspielen gegen Paris oder die Rangers wagen. Diese Spiele waren aber auch damals nicht einmal kostenlos.

Das Argument, dass es legitim ist, dass ein Verein ausnahmsweise Freikarten verteilt, kennt wohl auch jeder, der gegen RB hetzt, aber wer erwähnt eigentlich, dass selbst der ruhmreiche Traditionsverein 1.FC Lokomotive Leipzig Freikarten verteilt? Zugegebenermaßen kann man sich in Probstheida solche Aktionen für die eigenen Anhänger nicht leisten, aber ist es wirklich nötig, dass man andere, die schlicht und einfach mehr Geld haben, genau deswegen anzufeinden? Betrachtet man Vereine weiter westlich, fällt auf, dass auch diese Freikarten herausgeben. Als Student in Halle lebt es sich nicht nur günstig, durch die gute Verkehrsanbindung, sondern auch des Deutschen schönste Nebensache ist nicht nur erschwinglich, sondern oftmals sogar gratis.
Was man im Osten der Republik kann, schaffen aber auch Vereine im Westen. Dort werden auch arme Fußballfans durch kostenfreien Eintritt gelockt. Ich erinnere mich an eines meiner ersten Gratisspiele am 07.12.2007 in Dortmund gegen Arminia Bielefeld. Das Ergebnis von 6:1 zeigt aber auch auf, dass kostenlos nicht gleich umsonst sein muss.
Sollte man gewisse Argumente, wie zum Beispiel „Das Stadion ist nur durch Freikarten so voll“ nun aber auch auf andere Vereine anwenden? Dann würde man gleichzeitig aber auch behaupten, dass Dortmund, Bayern, Schalke und Co. es nötig hätten und sonst niemand hin will? Oder kann es sich sonst niemand leisten? Kommen bei Lok Leipzig vergleichsweise wenige Zuschauer, weil die restlichen Fans sich die fünf bis 15 Euro Eintritt nicht leisten können? Da hier niemand mit der Klischeekeule schwingen möchte, sind etwaige Schlussfolgerungen der eigenen Fantasie überlassen.

Wir sehen uns nachher um 17:30 Uhr im Stadion, aber vergesst eure Freikarten bloß nicht!

Ein Kommentar zu “Immer nur Freikarten!

  1. Die Traditionsfans, die immer von Freikarten sprechen, sind einfach lächerlich. Gestern wurden 14 000 Karten fürs Spiel gegen Wolfsburg verkauft. Alle, die immer auf Tradition pochen, sollen sich davon den Nicht-Abstieg kaufen! Von 14 000 Zuschauern kann Lok nur träumen. Da geht auch keiner hin, wenn es nichts kosten würde! Ihr hättet ruhig den Gedanken zu ende schreiben können. Die, die kein Geld haben, sind neidisch und vorallem Lok soll still sein. Trainer und Basler lässt man sich schön bezahlen! Und wir sollen die Fußballhuren sein? Ich kauf meine Karten immer von meinem hart erarbeitenden Geld und finds super, das in der Region endlich wieder etwas los ist.

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