Nein zu nein zu rb

Seit der Gründung von RasenBallsport Leipzig im Mai 2009 gab es immer wieder unorganisierte Einzelaktionen von Fußballfans aus der Region, aber seit im Juli 2014 die Kampage „Nein zu RB“ das Licht der Welt erblickte, wurden viele Aktionen unter dem Motto „Nein zu RB“ getätigt. Wir haben per se nichts gegen diese Kampagne, denn sie stützt sich auf einen Eckpfeiler unserer Gesellschaft: Freie Meinungsäußerung, aber was im Namen dieser Kampagne manchmal geschieht, entzieht sich jeder gesellschaftlichen Grundlage.

Jeder darf ruhig gegen RB Leipzig sein, aber wieso muss mit einer Petition Gegenwehr gegen ein Fußballcamp betrieben werden, was ironischer Weise noch für Toleranz steht? Mit „Nein zu RB“ soll Fußballtradition geschützt werden, aber sowohl Talentscouting, als auch Toleranz im Fußball gibt es schon ewig. Ein Hallenser Fußballfan startete am 11. März auf openpetition.de eine Petition, in der „wir die aktiven Fans, Unterstützer und Sympathisanten unseres Halleschen FC, sowie die Bürger der Stadt Halle verlangen die sofortige Absage des RB Leipzig Nachwuchscamp in Halle!!!“. Als Region für die Stimmensammlung wurde aber nicht etwa Halle ausgewählt, sondern „nein zu RB“. Wo befindet sich diese Region? In Deutschland?
Weiterhin schreibt der Initiator „Wir sind ein Verein mit Tradition und Geschichte und wollen nicht als Sinnbild für die wachsende Kommerzialisierung des Fußball´s stehen oder dieser gar eine Bühne bieten“ (Rechtschreibfehler sind eins zu eins übernommen). Gegen Tradition und Geschichte, die beim HFC, der bis 1991 Hallescher FC Chemie hieß, durch die Gründung aufgrund von Ausgliederung aus dem SC Chemie Halle 1966 begann, kann man nichts sagen, aber wieso bietet man der Kommerzialisierung erst keine Bühne, wenn der böse RB Leipzig in die Stadt kommt? Heißt das Stadion des HFCs Erdgas Sportpark, weil die Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft aus Leipzig ganz großzügig eine halbe Millionen Euro jährlich zu verschenken hat? Wieso ist das eine nur Sponsoring, aber wenn ein Verein wie RB Leipzig ein Fußballcamp veranstaltet und dafür sicherlich auch genügend Geld bezahlt, ist es „nur“ Kommerz? In der Petitionsbegründung steht nichts, aber auch gar nichts positives über das Camp. Nicht, dass es eine Chance für fußballbegeisterte Kinder ist, noch dass alles im Zeichen der Toleranz geschieht. Wie weit kann es mit der Toleranz sein, wenn man sich nicht einfach mal freuen kann, dass ein Verein, der nicht einmal sportlich eine Konkurrenz darstellt, Geld in die Heimatstadt bringt? Wo waren oder wo sind die besorgen Büger, wenn es um andere wichtige Dinge geht? Seit dem 4. November 2014 läuft eine Petition für den Erhalt der Japanologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und diese hat derzeit 2’567 Unterzeichner. Seit über 4 Monaten läuft diese Petition und hat durchschnittlich 20 Unterzeichner pro Tag. Die Petition gegen RasenBallsport Leipzigs Fußballcamp hat nach einem Tag schon über 1500 Unterzeichner. Wieso scheint Fußball wichtiger als Bildung zu sein?

Anonym, Anti RB und sicherlich auch Max Mustermann sind gegen ein Kinderfußballcamp!

Unterschriftensammlung im Internet sind sehr praktisch: Sie lassen sich schnell erstellen und man benötigt keinerlei Vorkenntnisse. Ralf K., der die Petition gegen das Camp gestartet hat, könnte diese aus fester Überzeugung, aber auch aus einer Laune heraus erstellt haben. Schaut man sich zudem unter „Unterzeichner der Petition“ die Namen derer an, die gegen RB Leipzig und das Fußballcamp sind, sieht man viele bekannte Namen: Nicht öffentlich, Anti RB, A. S., Basti D. Forza Osna oder sogar Ralf Rangnick aus Leipzig. Das man seinen Namen nicht öffentlich im Internet sehen will, kann man verstehen, aber in Zeiten von Facebook (Klarnamenzwang) und Co. kann man doch schon fragen: Wieso ist man dagegen, kann aber nicht dazu stehen? Weiterhin ist es toll, dass auch Vornamen wie „Forza“ in Deutschland erlaubt sind und wieso hat Basti D., wie Ralf K. nur einen Buchstaben als Nachnamen? Man hat bei der Unterzeichnung nur die Wahl zwischen der vollständigen Veröffentlichung des Namens oder „anonym unterschreiben“, also als nicht öffentlich. Hoffentlich gibt es nicht allzu viele Bastis, deren Nachname mit D anfängt, sonst wird die Zuordnung sehr schwer.

Die eigentliche Petition ist aber durchaus sinnvoll: Wieso muss ein Fußballcamp eines Leipziger Vereins in Halle stattfinden? Die Kinder, die sich eine fußballerische Zukunft bei RasenBallsport Leipzig vorstellen können, könnten auch nach Leipzig fahren und an einem Camp dort teilnehmen. Werbung muss man sicherlich in Halle auch nicht machen, da sicherlich auch dort RB Leipzig bei den Fußballfans bekannt ist. Schaut man sich die Kommentare an, dann ist RBL aber nicht nur bekannt, sondern durchaus verhasst.

Nicht öffentlich (Dortmund): „Nein zu RB! Ihr macht den Sport kaputt, den ich so liebe!“
Wie macht RB (Leipzig) den Sport kaputt? Die spielen doch auch „nur“ Fußball mit den gleichen Regeln, wie jede andere Mannschaft auf dem Platz. Elf Spieler und darunter ein Torhüter. Für Fouls gibt es gelb und für schlimmere Fouls rot. Genauso gibt es Abseits oder Handspiel. Vielleicht wird mit RB, aber auch der Geldgeber Red Bull genannt, aber wieso schreibt man dann nicht Red Bull? Wer denkt bei RB an Red Bull? Wer bestellt sich an der Bar ein RB und kaufen solche Menschen auch CC (Coca Cola)?

Dennis Kuck aus Braunschweig formuliert es verständlicher: „RB, Red Bull gehört nicht in die Norm des deutschen und österreischen Fussballs!“ Wenn RB aber nicht in die Norm des deutschen Fußballs gehört, wieso erhielt der Verein dann seine Lizenz? Gibt es verschiedene – ausgedachte – Normen, die überhaupt nicht mit denen von der DFL und vom DFB festgelegten zusammenhängen? Wenn es so sein sollte, dann denken wir uns auch einfach irgendwelche Normen aus und schon entspricht der HFC nicht mehr den Normen.

Michel Andreä (Halle (Saale): „Scheiß RB…hat hier in Halle nicht zu suchen. Tod und Hass dem verseuchten rattenball“ Rattenball an sich gibt es zwar nicht, aber man kann es sicherlich auf RB Leipzig beziehen. Tod und Hass dem Verein RB Leipzig. Da ein Verein nicht sterben kann, steht die Frage im Raum: Wer soll sterben? Die Mitarbeiter? Die Spieler? Die Fans? Bitte Michel Andreä sag es uns! Willst du, dass fremde Leute sterben, weil du RBL scheiße findest?

Ein nicht öffentlicher Unterzeichner aus Halle beschreibt seine Gefühle mit folgenden Worten: „Scheiß Dosen wixxer !!! Wiegand du hurensohn !!!“ Wiegand ist der derzeit amtierende Oberbürgermeister von Halle und die scheiß Dosen****** sind wohl die Fans von RB Leipzig. Danke „nicht öffentlich“, dass du uns beleidigst und ja wir mögen dich auch.

Ein weiterer anonymer Unterzeichner aus Halle bringt es aber auf den Punkt, wieso das Fußballcamp von RB Leipzig in Halle nicht unbedingt die beste Idee war und viele die Petition unterschreiben: „Um Konflikte zu vermeiden!“

Zwischen beiden Vereinen gibt es schon aufgrund der Region Rivalität und auch die andere Art der Finanzierung birgt Potential für Feindseligkeiten. Talentierte Kinder aus Halle werden auch ohne das Camp ihren Weg zu RasenBallsport Leipzig finden, wenn sie das wollen und das Talent dafür auch ausreicht. Als Anhänger von RB Leipzig hat man zudem gewisse Horrorszenarien im Kopf, die für viele zwar unglaubwürdig klingen, aber durchaus vorstellbar sind.
Was wäre, wenn das Camp stattfindet und die teilnehmenden Kinder von vermummten Idioten attackiert werden? Kinder hält man aus solchen Sachen raus? Ganz sicher? Wieso finden sich dann im Internet diverse Bilder von jungen RBL-Fans, die per Bildunterschrift als Hurensohn, Kommerzhure oder noch schlimmer betitelt werden? Die, die mit einer fanatischen Art „ihre“ Tradition bewahren wollen, setzen die Latte immer weiter nach unten. Dachten viele, dass der Buttersäureanschlag in Berlin die Spitze war, muss man festhalten, dass nach den Vorfällen rund um das Spiel in Karlsruhe eine neue Dimension erreicht wurde.
Als Fan von RB Leipzig blickt man zwar auf eine kurze, aber dafür intensive und ereignisreiche Vergangenheit zurück und richtete sich der Hass Anfangs noch gegen Red Bull und später den Verein RasenBallsport Leipzig, muss man inzwischen als einfacher Fußballfan seine Fanutensilien verstecken, weil man in bestimmten Stadtgebieten sonst mit Übergriffen rechnen muss. Viele Hater machen sich darüber lustig, dass man so wenig rot-weiß in Leipzig sieht, aber man fühlt sich wie auf dem Präsentierteller, wenn man mit Fanschal unterwegs ist. Natürlich steht man trotzdem zum Verein, aber nicht jeder ist ein menschlicher Schrank und kann Angreifer abwehren. Bleibt es oftmals nur bei Beleidigungen, mussten einige Fans auch schon Schläge einstecken und warum? Weil man etwas mag, was der Gegenüber nicht mag? Auch wenn es viele gerne anders sehen wollen, wurden die meisten kein Fan von RBL, weil der Verein erfolgreich ist, sondern weil er sie begeistert, ein Spieler toll ist oder man in rot-weiß einfach gut aussieht. Traditionsfan wird man, wenn man glauben kann, was diese ständig von sich geben, weil man schon als kleines Kind mit ins Stadion genommen wurde. Man wächst mit der Liebe zum Verein auf und entscheidet sich nie aktiv für eben diesen Verein. Irgendwann fiebert man automatisch mit, bewundert Spieler oder flippt auch mal aus, wenn die Mannschaft schlecht spielt. Wie ein Schwuler sich seine Sexualität nicht aussucht und sich dabei denkt: „Oh ja hetero zu sein, ist mir zu langweilig und ungefährlich. Ich bin jetzt schwul“, haben sich die wenigsten Fans von RasenBallsport gedacht: „Mein Leben ist einfach zu schön und niemand hasst und beleidigt mich. Ich werde jetzt Fan von RBL und fürchte mich ab sofort vor Übergriffen“. Dieser Vergleich ist zu krass? Es ist zu „krass“, was man sich auf der Straße, im Internet oder in der Schule anhören muss, weil man RB Leipzig gut findet und Fan ist. Man wird einfach Fan und wer einen Grund braucht um etwas zu lieben, der liebt es nicht richtig. Man liebt seinen Partner oder seine Partnerin nicht, weil sie eine spezielle Eigenschaft oder ein spezielles Merkmal hat, sondern weil das Herz es so will. Ach ja stimmt: RB Leipzig Anhänger sind ja emotionslose Kommerzhuren ohne Herz und Leidenschaft. Wir wedeln mit Klatschpappen um uns und sind nicht traurig, wenn wir verlieren, wobei RBL natürlich nie verliert oder kann man auch Erfolgsfan sein, wenn der Verein verliert?

Was läuft in euren Köpfen falsch?

Menschen, die andere wegen ihres Lieblingsvereins beleidigen, bedrohen oder sogar körperlich angreifen, müssen doch prägende Ereignisse in ihren Leben gehabt haben. An dieser Stelle muss die Klischeekeule zum Einsatz kommen und jeder, der ohne Toleranz nicht einfach nur seinen Verein unterstützen kann, sondern noch fremde Menschen mit Hass konfrontieren muss, sollte sich fragen lassen: Haben dich deine Eltern nicht geliebt? Wurdest du als Kind geschlagen? Oder hast du schlicht und einfach keine Erziehung genossen?

Was ist so verkehrt daran, wenn man einfach nur seinen Verein unterstützt?
Wieso versteckt man sich hinter irgendeiner Kampagne und verbreitet im Schatten dieser Hass und Angst?

Die „nein zu RB“ Kampagne hat ihre Berechtigung. RasenBallsport Leipzig macht einiges anders, was viele große Vereine im Deutschen Fußball nicht machen. Es gibt aber auch genügend Vereine, die mit ihrem Handeln die Grundsteine für RB Leipzig gelegt haben. Fremdfinanzierung von Spielern und Trainern, Verkauf der Namensrechte von altehrwürdigen Spielstätten, Aktiengänge, Ausgliederungen von Mannschaften, Sponsoring durch fragwürdige Unternehmen oder auch Trainingslager in diskussionswürdigen Ländern und Werbetouren durch Asien. Wer glaubt, dass der Kommerz erst durch RBL Einzug in den Fußball hält, geht wohl selbst nur zu Kreisligisten. In den oberen Ligen wechseln Spieler den Verein, weil es entweder mehr Geld gibt oder die Perspektive auf Titel, die wiederum Ansehen und Geld bringen, besser ist. Natürlich gibt es auch Spieler, die für kein Geld der Welt ihren Verein verlassen würden, aber sie sind in den Profiligen sehr selten geworden.
Was erwarten „nein zu RB“-Sager, was die Fans von RB Leipzig machen? Die Schals verbrennen, die Dauerkarte durchschneiden und die Erinnerungen an Spiele, Erlebnisse und Auswärtsfahrten per Gedankenkontrolle löschen?
Wie schon im Bericht „In Leipzig nur Lok und Chemie“ erwähnt, wird Red Bull sein investiertes Geld nicht abschreiben und das Sponsoring beenden. Oh nein hier wird von Sponsoring gesprochen und Red Bull ist doch kein Sponsor! Aber warum nicht? Laut Definition versteht man unter Sponsoring die „Förderung von Einzelpersonen, einer Personengruppe, Organisationen oder Veranstaltungen, durch eine Einzelperson, eine Organisation oder ein kommerziell orientiertes Unternehmen, in Form von Geld-, Sach- und Dienstleistungen mit der Erwartung, eine die eigenen Kommunikations- und Marketingziele unterstützende Gegenleistung zu erhalten.“ (Definition des Begriffs Sponsoring auf Wikipedia.org) Kein Unternehmen gibt einem Verein Geld und erwartet nicht, dass man dafür eine Gegenleistung erhält. Die Marke soll bekannter werden und man möchte neue Finanzquellen generieren. Fußball ist für solche Zwecke schlicht und einfach durch seine Reichweite und Attraktivität in der Bevölkerung dafür sehr gut geeignet. Die Kampagne „Nein zu RB“ kann auch einfach den Fußball an sich unattraktiver machen und dadurch Sponsoren davon abbringen Geld zu investieren und indirekt machen sie das sogar. Wenn eine Heimmannschaft, anstatt Stimmung zu machen, schweigt und vor dem Duell nicht „Verein XYZ spielt gegen RB Leipzig in der Max-Mustermann-Bezahlte-Viel-Geld-Für-Den-Namen-Und-Deswegen-Heißt-Das-Stadion-Max-Mustermann-Arena“, sondern „Verein XYZ plant für das Spiel gegen den von Red Bull gesponserten Verein RasenBallsport Leipzig eine Protestaktion“ durch die Medien geht, schadet man aber nicht Red Bull, sondern Max Mustermann. Dieser wird sich, wenn der Vertrag über die Namensrechte ausläuft, sicherlich fragen, ob das Geld noch gut genug angelegt ist. Wenn die Heimfans dann auch noch, wie einige Fans in Aue, mit fragwürdigen Aktionen zum Gesprächsthema werden und dann der Stadionnamen damit in Verbindung gebracht wird, ist die Werbewirkung gleich null beziehungsweise der Sponsor zieht sich, wie auch im Falle von Aue, zurück.
Vielleicht haben die Kampagnenteilnehmer eigentlich gar nichts gegen Red Bull, sondern gegen alle anderen Sponsoren im Fußball.
Egal, was nun wirklich das Ziel ist, wie es verfolgt wird, ist im Zweifel falsch.
Den eigenem Verein im Stich lassen und zu einem Traditonsspiel zu gehen oder minutenlang zu schweigen, hilft keiner Mannschaft. Wie helfen Gesänge, wie „Bullen Schweine“ oder „Scheiß Red Bull“ dem Team beim Schießen von Toren? Oder ist der Support von den Rängen ohnehin überbewertet und die Mannschaft braucht die ganze Gesänge und Anfeuerungsrufe überhaupt nicht? Wieso macht man es dann? Zur Selbstdarstellung und als nette Freizeitaktivität? Nein! Als Fan ist man ein wichtiger Bestandteil und eine laute und große Kulisse sind ein zusätzlicher Ansporn, der im Zweifelsfall die letzten nötigen Prozente aus den Spielern herauskitzelt.
Wie sehr liebt man seinen Verein, wenn der Hass zu einem anderen größer sein kann? Wieso ist Hass stärker als Liebe und wieso verdammt nochmal gehört für viele auf einmal die Tradition zum entscheidenden Faktor zur Legitimierung eines Vereins? Wie stolz war man vor 2009, dass der eigene Verein seit 1966 existiert? Gab es auch schon Diskussionen, ob bloße Jahreszahlen oder nicht doch das, was in diesen Jahren geschah, entscheidend ist? Eine Ehe kann 30 Jahre halten und die Ehepartner leben nebeneinander her, haben heimliche Affären und belügen sich ständig und diese Beziehung ist besser, als eine, die es zwar erst seit 6 Jahren gibt, aber aus Liebe, Zuneigung und Vertrauen besteht? Der Vergleich hinkt? Die, wenn überhaupt gegebene, Argumentation vieler Hater auch und trotzdem erhalten sie massenhaft Zuspruch und Anerkennung, weil es ja total trendy ist, wenn man gegen RB Leipzig hetzt.

Der Dialog mit „Nein zu RB“-Sagern wäre ratsam für jeden RasenBallsport Leipzig Fan, aber wie soll man vorgehen, wenn sogar auf der offiziellen Seite der Kampagne Hetze betrieben wird? Eine Kampagne, die selbst davon ausgeht, dass die Vereine der Teilnehmer nicht unbedingt weniger kommerziell agieren, als es RB Leipzig macht:
„Der Kampagne liegt der Minimalkonsens zu Grunde, das Modell RB abzulehnen. Wir können und wollen keine umfassende Kritik des modernen Fußballs liefern und auch nicht die Vereinshistorie aller Teilnehmer genau unter die Lupe nehmen. Ebenso spielt es für uns keine Rolle ob der Verein eines Teilnehmers bereits ausgegliedert wurde oder sich auf dem Weg dahin befindet. Uns geht es nur um RB.“ (Positionen und Forderungen von nein-zu-rb.de)

Ein weiterer sehr interessanter Punkt, der gegen die Kampagne und für „Nein zu nein zu RB“ spricht, wird in folgender Formulierung von der Kampagnenseite deutlich:
„Unser Protest richtet sich in erster Linie gegen Rasenballsport Leipzig. Der im Jahre 2006 von Red Bull gegründete Verein verkörpert in einem neuen Ausmaß zukünftige und bereits vorherrschende Tendenzen im Fußball.“ (Positionen und Forderungen von nein-zu-rb.de)

Das, was RasenBallsport Leipzig macht, gab es vorher schon, aber erst jetzt sah man sich genötigt, einzuschreiten. Wie schon weiter oben erwähnt, macht man in Leipzig nichts Neues, aber dafür in einer anderen Konsequenz. Die Ökonomen, die dahinter stecken, sind in gewisser Hinsicht einfach schlauer. Wieso sollte man Geld investieren, aber dann nur mit einem Auge darauf achten, was damit passiert? Kann man anderen Marktteilnehmern so sehr vertrauen, dass es einen egal sein darf, was mit dem Geld gemacht wird? Die „Nein zu RB“ Sager hätten RasenBallsport Leipzig verhindern können, hätten sie vorher nur nicht selbst die Vorteile von Unternehmen im Fußball genossen. Wenn sich der eigene Verein mal einen Spieler durch einen Sponsor finanzieren lässt oder für ein neues modernes Stadion die Gedenkstätte des früheren Fußballidols abgerissen und umbenannt wird, ist das auch positiv für den geliebten Verein, aber wehe jemand macht das noch wirtschaftlicher. Viele Vereine haben durch die starke Verknüpfung und Zusammenarbeit mit Sponsoren das gesät, was man bei RasenBallsport Leipzig jetzt erntet: Ein Gepflecht aus Sport und Wirtschaft, was für viele nicht sein darf und dabei weiß niemand, wie viel Mitspracherecht einige Sponsoren bei großen deutschen Vereinen wirklich haben. Es wird behauptet, dass die Mitglieder am Ende über alles bestimmen, aber wer hat wirklich die Einsicht und wieso werden dann, wie damals bei Manuel Neuer, Spieler geholt, die sehr viele Fans nicht wollen? Hat man als Fan und Vereinsmitglied doch sehr wenig Einfluss auf die Geschehnisse innerhalb des Vereins und ist auch nur zum Klatschen und Singen da?

Liebe „Nein zu RB“ Nachquatscher und Hassverbreriter: Ihr seid zu spät dran. RasenBallsport Leipzig existiert bereits und wird auch nicht, nur weil ihr nörgelt und Lebenszeit in das Anfertigen von Plakaten gegen RB Leipzig investiert, aufgelöst. Als Fans von RB Leipzig kann man sich nur wünschen, dass ihr eure Fanatiker bändigt und einfach nur eure Meinung sagt, anstatt sie anderen einprügeln zu wollen.
Wenn Fußball nicht für „fucking industry“ ist, aber für gewaltbereite Anhänger, dann ist unser Fußball wohl ein anderer, als derer von Traditionsfans und ja, es sind bei weiten nicht alle, die die Fäuste erheben, aber viele nehmen sie trotzdem in Schutz und verteidigen Übergriffe. Wenn unter dem Motto „Nein zu RB“ Beleidigungen ausgesprochen und gewalttätige Übergriffe angedroht oder verübt werden, muss man als Initiator der Kampagne sich gegen eben solche Aktionen aussprechen.

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

5 Kommentare zu “Nein zu nein zu rb

  1. „Der im Jahre 2006 von Red Bull gegründete Verein“ Ernsthaft ihr Nein-Zu-RB-Hanseln? 2006? Juhey wir werden bald 9 und nicht erst 6. Coole Sache und guter Artikel.

    #neinzuneinzurb

  2. Ich verstehe die HFC Fans: Ich würde als Schalke Fan auch nicht gerne den Bxb auf Schalke sehen wollen, aber der Text zur Petition zeigt wieder einmal, wie niveauvoll man argumentieren kann. Die Kommentare von den Unterzeichnern sind auch oft unterirdisch und von der ganzen Nein-zu-RB-Masche halte ich sowieso nichts. RB Leipzig kann man nicht mehr aufhalten, aber man kann als gutes Vorbild vorausgehen und zeigen, das auch ohne großen Konzern im Rücken einiges geht. Leider geht das bei Schalke nicht und bei so vielen anderen auch nicht mehr, aber so ist das. Der Fortschritt kostet Geld und was geht kaputt, wenn fast alle Vereine finanziell unterstützt werden? Ich kann, seitdem mehr Geld auf Schalke vorhanden ist, trotzdem noch hingehen und meine Mannschaft anfeuern. Nichts hat sich geändert, außer, das auch mal große Namen verpflichtet werden können.

  3. Wow! Was für ein Artikel! Und ich gebe dir Wort für Wort Recht.

    Es ist ja vor allem so, dass die Nein-zu-RB-Plapper-Hanseln auch – wie im Beispiel „Der im Jahre 2006 von Red Bull gegründete Verein” – mit falschen Tatsachen jonglieren. Und die ganzen hinterher latschenden Dumpfbacken nicken solche Falschaussagen auch noch ab.

    Bei mir auf der Seite setze ich mich auch hier und da mit RB auseinander. Ich finde dieses „Konstrukt des Dosenmilliardärs“ gut und richtig, obgleich man über diverse Aspekte – wie eben über den Einfluss des Konzerns – trefflich streiten könnte. Aber andererseits: Schön, dass Leipzig RB hat. Hamburg hat mit dem Kühne ein viel größeres Problem.

    1. Als Fan von RB Leipzig ist man eben nicht so „dumm“ und lässt sich von den Millionen locken. Wir wissen ganz genau, dass es Dinge gibt, die eben nicht so schön sind, aber das ist bei anderen Vereinen auch so. Wohl die wenigsten Fans würden über ihren Verein sagen, dass die Verantwortlichen alles richtig machen.

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