Was wird mehr gehasst als RB Leipzig? Montagsspiele!

Lange haben wir intern diskutiert, ob wir uns überhaupt zum Protest-Aufruf von Tommes Fox äußern sollten, aber am Ende siegte die Prämisse „Meinungsfreiheit“ und unsere Meinung zum Thema ist, dass solch eine Aktion mehr geschadet, als sie gebracht hätte und von uns abgelehnt wird. Man könnte fast sagen, dass der Protest dumm gewesen wäre und dafür sprechen viele Aspekte. Trotz dessen, dass wir uns hier zum geplanten, aber nicht umgesetzten Protest äußern, möchten wir deutlich machen, dass dies kein Angriff gegen unseren Capo Tommes ist. Im Gegenteil, wir schätzen ihn sehr und lieben seine Art und Weise wie er auf dem Podest agiert.

Zunächst einmal sollte man sich fragen, wieso zum Protest aufgerufen wurde. Laut eigener Aussage ist es „nahezu niemanden [ist es] möglich Montags durch das ganze Land zu reisen.“ und “ Kein Support für Sport 1!“ (Link zum Facebookbeiträg von Tommes Fox), aber was ist mit dem Punkt, dass man immer die Mannschaft unterstützt? Tommes selbst spricht diesen Punkt auch an, aber beschäftigt sich nicht weiter damit, aber unterstützt man nicht die Mannschaft, egal, ob RB Leipzig 0:4 hinten liegt oder Montags 20:16Uhr ein Gegentor bekommt?

Die DFL reagierte bisher eher verhalten auf Pfeifkonzerte, Schweigen oder Plakate, aber wenn der laut „Anti-RB“-Sagern von niemanden gemochte und benötigte RasenBallsport Leipzig Anhänger hat, die 10 Minuten schweigen, werden sie sicherlich umdenken. Umgedacht wurde sogar und seit heute ist bekannt, dass auch in der ersten Liga bald Montagsspiele ausgetragen werden (Link zum Artikel auf spiegel.de), aber derzeit spricht man noch von nur „fünf von 306 Spielen“, was ein nicht einmal 1,64% aller Spiele sind. Von Spielansetzungen, wie man sie derzeit in der zweiten Bundesliga vorfindet, ist man damit weit entfernt.

Für alle, die sich zur Anti-RB-Fraktion zählen, war die Protest-Ankündigung ein gefundenes Fressen, denn immerhin supporten RB-„Konsumenten“ ohnehin nie. Der Protest wäre somit überhaupt nicht aufgefallen. Die erste Halbzeit und dadurch auch die ersten 10 Minuten spielen die Rasenballer überdies meistens „nicht so gut“ bis katastrophal und auch im Montagsspiel gegen Düsseldorf konnte man dieses Phänomen wieder einmal verwundert beobachten. Wieso auch noch in dieser Zeit supporten, wenn die Spieler auch nichts reißen? Wie schlecht wären die roten Bullen erst ohne Support gewesen? Vielleicht sollte man das letzte Montagsspiel von RBL der Saison (25.04 in Kaiserslautern) zum Protesttag machen? Das Spiel gegen Kaiserslautern könnte, wenn man das Spiel gegen Sandhausen gewinnt, auch nicht mehr ganz so wichtig sein. Eine Win-Win-Win-Situation also. Die Mannschaft spielt sowieso auch mit Support katastrophal, wir als „Scheiß-RB-Konsumenten“ sitzen ohnehin nur stumm im Stadion und die Stimme schont es auch noch. Die DFL wird spätestens dann einknicken und Montagsspiele komplett abschaffen. Das könnte ein Plakat niemals schaffen.

Freitags 18:30Uhr können übrigens häufig auch Heimfans nicht und Sonntags geht es eigentlich in die Kirche. 13Uhr am Samstag ins Stadion? Oh mein Gott. Kassierer, Logistiker, Verkäufer, CSA, Polizisten (Oh die Liste wird zu lang) können häufig auch am Samstag nicht. Wann kommt deswegen der Protest? Holy Bulls rettet uns den Sonntag und für die restlichen Ansetzungen müssen sich andere erbarmen.  Okay jetzt wieder etwas realistischer: Auswärtsspiele sind meistens logistisch und zeitlich (und manchmal auch finanziell) eine Herausforderung und wenn dann noch das Wort „Montag“ dazu kommt, sind solche Spiele auch mal unmöglich live zu verfolgen, aber wie genau soll der ideale Spielplan aussehen? Es verwundert, dass es in der ersten Liga keine (regulären!) Montagsspiele gibt oder wieso spielte Borussia Dortmund am Donnerstag international und am Sonntag in der Liga, während Bayern München durch das Champions League Spiel am Dienstag und das Ligaspiel am Samstag einen Tag länger zur Regeneration hatte? Würde es nur nach den meisten Fans gehen (Jetzt kommt eine Unterstellung aufgrund von subjektiven Erfahrungen und fehlenden Protestaktionen gegen den Termin) sollten höchstwahrscheinlich alle Spiele Samstags 15:30Uhr stattfinden. Für Heim – und Auswärtsfans ist dieser Termin wohl noch der am besten umsetzbare, aber dann würden Teilnehmer des DFB-Pokals oder der internationalen Wettbewerbe mit Dienstags -, Mittwochs – und Donnerstagsspielen benachteiligt, aber das haben wir ferner derzeit sowieso schon. Das könnte dem geneigten Zweitligafan einer Mannschaft, die schon aus dem DFB-Pokal ausgeschieden ist (Wieso ist der Pokal für Fans eigentlich noch wichtig, wo doch der DFB angeblich eine mafiöse Organisation ist?), aber durch die gleichzeitigen Ansetzungen von Ligaspielen gehen den immer klammen Traditionsvereinen Millioneneinnahmen durch TV-Gelder verloren oder bringt die Konferenz bei Sky genauso viel ein, wie ein Einzelspiel? Ach so Traditionsvereine brauchen gar kein Geld und alle anderen „Vereine“ werden mit Billionen  von ihren „Investoren“ überhäuft. Mist, jetzt ist das Argument nichtig. Für die Spannung wäre eine gleichzeitige Ansetzung, wie an den letzten beiden Spieltagen, aber enorm zuträglich oder auch für die Stimmung hinderlich, wenn bei einer ungefährdeten 3:0 Führung der eigenen Mannschaft schaut die Hälfte der Anhänger auf den Rängen nur noch aufs Handy, weil man wissen will, wie die direkte Konkurrenz spielt. Was für eine wundervolle Vorstellung, wenn auf einmal alle Fans so wären, wie RB-Konsumenten.

 

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

Ein Kommentar zu “
Was wird mehr gehasst als RB Leipzig? Montagsspiele!

  1. Mit nem Protest/Boykott der ersten 10 Min wären wir nicht anders gewesen als all die „Traditionsfans“, die ständig gegen uns wettern und protestieren. Juckt uns so ein Protest? Nein also wieso sollte die DFL sich dafür interessieren wenn ein paar Fans schweigen? Die sind nicht darauf angewiesen das die Fans Stimmung machen.

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