Quarantäne – Ein stiller Blog ohne Fußball über Fußball

Guten Tag liebe Gemeinde,

sehr lange war es hier sehr still.

Manche meinten, dass es das umgekehrte Phänomen zu Eventfans wäre: Je mehr Erfolg ein Verein hat, umso mehr wenden sich „treue“ Anhänger ab. Die neuen Fans verdrängen die alten. Neue Strukturen werden etabliert oder ist es gar der gleiche Wandel, den beispielsweise Musikgruppen auslösen? Anfangs noch kleine, gemütliche Clubs und auf einmal werden große Hallen gefüllt und die früheren Fans werden zu Hatern? „Der Erfolg hat sie verändert!“

Nun. Es fehlte schlichtweg die Zeit. So wie es vielen Bloggern geht, erging es auch uns. Es ist nur ein Hobby. Wie der Fußball auch an sich. Nur ein Hobby, welches in der jetzigen Zeit völlig an Bedeutung verloren hat. Während die Funktionäre sich trotzdem treffen und beratschlagen, wie es weitergeht, hat der geneigte Fußballfan ganz andere Herausforderungen: Kurzarbeit, Homeoffice, Existenzängste und die Fußballprofis? Viele Spenden und zum Beispiel Lukas Klostermann hat erkannt, dass es in dieser einschneidenden Zeit mehr gibt, als die schönste Nebensache der Welt.

Doch was können wir alle nun unternehmen? Einigen wird es wohl einfach an Geld fehlen, um den noch ärmeren zu helfen. Die, die es können, machen es hoffentlich. Zeit zum Helfen haben wohl jetzt einige, die in Zwangs-Kurzarbeit gesteckt werden und die, die systemrelevant sind? Gerade die, die ohnehin zu wenige Lohn erhalten, sind nun gefragt: Im Supermarkt an der Kasse, bei der Pflege von älteren Menschen, in Callcentern und im Lager von Großhändlern.

Die Angst vor der Zukunft ist für viele nun allgegenwärtig. Fußball könnte hier ein schöner Ausgleich sein, kann er aber nicht.

Noch vor zwei Wochen war für viele Fans die größte Angst, dass man nach dem tollen Auftritt in England gegen Tottenham zu Hause nicht voll fokussiert ist und ausscheidet.
Jetzt denkt kaum einer noch an die CL oder an die Aufholjagd in der Bundesliga. Spannende Duelle gegen Bayern München fühlen sich fern an. So fern, wie uns nun unsere Liebsten sein müssen.

Was denkt ihr:

Wie lange müssen wir auf Fußball verzichten? Wann genau ist der Punkt erreicht, wo es – hoffentlich nicht aus wirtschaftlichen Gründen – weitergehen kann?

Laut Mintzlaff steht der Verein finanziell noch gut da, aber Ende Mai könnte das ganz anders aussehen. Die Fußballprofis können sich finanzielle Einschnitten wohl leisten, aber auch die Gehälter der restlichen Angestellten müssen weiter bezahlt werden. In dieser Zeit rücken wir alle näher zusammen und halten doch Abstand. Jeden trifft die Krise anders und wir hoffen, dass wir in einigen Monaten diese Zeiten bei einem schönen Spiel mit Bier und Bratwurst im Stadion für einige Stunden vergessen können, aber niemals die Zusammengehörigkeit verlieren.

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

Quellen:
Lukas Klostermann auf Twitter
Mintzlaff Interview

3 Kommentare zu “
Quarantäne – Ein stiller Blog ohne Fußball über Fußball

  1. Ich selbst bin systemrelevant und würde mich über etwas Ablehnkung freuen.

    Fussball ist ein wichtiger Teil meines Lebens und fehlt mir. Die Ausflüge zu Auswärtsspielen und das ganze Erlebnis drumrum. Ich denke nicht das wir bald wieder dieses Erlebnis teilen werden.

  2. Willkommen zurück, auch wenn der Zeitpunkt bzw. der Anlass ein schlechter ist.

    Hoffentlich schreibt ihr auch wieder, wenn der Ball wieder rollt.

  3. Mir fehlt der Fußball gar nicht. Es gibt einfach viel zu viele andere Probleme die davon ablenken.

    Ich hoffe täglich auf die Nachricht, dass die Saison abgebrochen wird und der Herbstmeister der richtige Meister ist.

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