Sommerpausenzwischenbericht
(Was für ein schönes Wort)

Sechs, der insgesamt 15 unerträglich scheinenden Wochen ohne Ligafußball von und mit RasenBallsport Leipzig haben wir bereits hinter uns gebracht. Inzwischen durften wir uns über vier Neuzugänge freuen, wobei bei einigen die Freude über zwei der vier Neuen einen bitteren Beigeschmack hat.

Schmitz und Keita kommen von Red Bull Salzburg und nicht nur die Anhänger des österreichischen Rote-Bullen-Clubs missfällt es, dass Leipzig (stand 27.6.2016) bereits elf Spieler (mit Leihen, aber ohne Sabitzer und Bruno, da diese auf dem Papier von Rapid Wien beziehungsweise RSC Anderlecht kamen) aus Salzburg geholt hat, aber wieso einen Spieler nicht holen, nur weil er in Salzburg spielt? Hauptsächlich sollte doch zählen, dass (beziehungsweise ob) der Spieler gut ist. Mit Werner haben wir bereits den sechsten Spieler vom VfB Stuttgart verpflichtet und damit 600% mehr als beispielsweise vom Sportverein aus Darmstadt und das stört doch auch niemanden, oder? Okay die Hater stört es, aber die würden sich auch daran stören, wenn alle Spieler aus der eigenen Jugend kämen. Man nimmt eben immer jemand anderen etwas weg. Alle Neuzugänge wurden teilweise mit üblen Beleidigungen auf ihren Social Media Profilen bedacht und diese Intensität dürfte wohl für alle neu sein. Umso wichtiger ist es, dass wir sie als Fans herzlich bei uns begrüßen und sie schnell integrieren. Den Großteil der Integration macht die Mannschaft selbst und bis auf ein paar Ausnahmen gelang das bisher immer sehr gut. Dass sich nicht jeder Neuzugang durchsetzen konnte, liegt in der Natur der Sache, aber auch die Stammspieler aus der zweiten Liga müssen sich zur neuen Saison erst einmal beweisen. Unsere EM-Fahrer haben sich auch nicht wirklich mit Ruhm bekleckert und dürfen diese Misserfolge nicht mit ins Team und in die neue Saison tragen. Mit dem Pokalspiel gegen und in Dresden wartet bereits Mitte August der erste Härtetest auf die bis dahin kaum eingespielte Mannschaft, aber auch die erste Chance für alle sich zu zeigen und zu beweisen, dass RB Leipzig auch großen Druck in Energie verwandeln kann. Zum wiederholten Male spielt Leipzig dabei gegen „die ganze Fußballrepublik“, aber das hat uns bis auf ein paar Ausnahmen noch nie vom Siegen abgehalten.
Abseits dieser sportlichen Herausforderungen wird weiterhin an der Zukunft der Red Bull Arena gefeilt. Ein Neubau wird immer wahrscheinlicher und auch wenn viele das Innenstadtstadion lieben, wird man nach einigen Spielen im Neubau diese Heimstätte lieben. Am Ende kommt es ohnehin nicht auf das wo an, sondern auf das wer und solange RasenBallsport Leipzig spielt, ist egal, wo das Stadion steht. Vor dem Umzug in die Red Bull Arena gab es auch nicht solche Diskussionen, obwohl für Fans aus Markranstädt die Heimspiele im Stadion am Bad wesentlich angenehmer waren, aber mit dem Erfolg und der Höherklassigkeit gab es neue Herausforderungen zu bewältigen und für Fans von außerhalb Leipzig ist das Innenstadtstadion nicht immer ein Segen. Am Ende können ohnehin nicht alle Fans nach ihrer Meinung gefragt werden und man kann froh sein, wenn Fanvertreter ihre Ansichten kundtun dürfen. Bei anderen Vereinen wird das übrigens auch nicht anders gemacht und auch gegen die anfängliche Meinung der Fans wurden neugebaute Fußballstadien zur heimischen Festung gemacht.

Gab’s noch ‚was?

Kurz nach dem letzten Spieltag der Saison 2015/2016 wurden die Dauerkartenpreise für die nächste Saison bekanntgegeben. In einigen Sektoren und Blöcken stiegen die Preise mehr als moderat und Fans, die sich in anderen Blöcken ihren Stammplatz sicherten, mussten deutlich tiefer in die Tasche greifen. Nach nur einer Stunde (Link zum Artikel auf LVZ.de) waren die Dauerkarten, die es in den freien Verkauf geschafft hatten, restlos ausverkauft und mit 20’000 Dauerkartenbesitzern geht RB Leipzig in die erste Saison in der höchsten deutschen Spielklasse. Angesichts der Stadionkapazität eine humane Verteilung. Theoretisch hätte RasenBallsport Leipzig noch weitere Dauerkarten verkaufen können (sowohl, was die Nachfrage, aber auch was den prozentualen Anteil zur Gesamtkapazität angeht), aber durch die Begrenzung auf 20’000 bleibt (je nach Sektor zumindest eine minimale) Chance auf eine Tageskarte bestehen. Für Sektor B dürfte es wie schon in der letzten Saison nur direkt nach Verkaufsbeginn Tickets geben und diese werden noch schneller als in der Saison 2015/2016 vergriffen sein. Eine stets ausverkaufte Red Bull Arena werden wir wohl aber trotzdem nicht erleben. Schon in dieser Saison waren im ausverkauften Sektor B häufig größere Lücken erkennbar und gegen „unattraktive“ Gegner werden wohl zumindest die hochpreisigen Tageskarten länger verfügbar sein, wobei „unattraktiv“? Wir spielen jetzt (endlich) in der ersten deutschen Bundesliga und gegen die meisten Vereine haben wir in der nächsten Saison unser erstes (Pflichtspiel-)Aufeinandertreffen. Die Spiele gegen Darmstadt, Ingolstadt, Wolfsburg, Augsburg und Freiburg sind in der ersten Liga aber auch etwas völlig anderes und wer will wirklich irgendwann sagen:“Ja ich hätte zum Spiel RB Leipzig gegen Ingolstadt in der Saison 2016/2017 gehen können, aber das war mir zu unattraktiv.“? Man stelle sich vor dieses Spiel endet 4:0 oder 6:5? Wer will das verpassen und vorher kann man nie wissen, wie attraktiv ein Spiel ist und dann ist der Gegner auch egal. Wir hoffen, dass die ausverkaufte Red Bull Arena, wie wir sie beispielsweise gegen St. Pauli und Karlsruhe erlebt haben, in der nächsten Saison ein gewohntes Bild sein wird. Die Mannschaft braucht diesen Rückhalt durch die Fans und auch in der neuen Saison können wir alle unseren Teil zu RasenBallsport Leipzig beitragen und Geschichte schreiben.

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

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