Und unser Trainer Achim Beierlorzer

Wer heute Morgen bei Twitter etwas über RB Leipzig lesen wollte, kam an einer Meldung nicht vorbei: Alexander Zorniger wurde mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Beurlaubt – Unser Aufstiegstrainer wurde beurlaubt!

Mit den Stunden, verging auch der erste Zorn darüber und durch die Pressekonferenz kam Klarheit hinzu. Der Verein teilte Zorniger gestern Abend mit, dass man für Sommer einen Trainerwechsel plant und er entschloss sich dann, dass er nicht bis Sommer alles für den Verein geben will oder kann und lieber jetzt schon das Feld räumt. Unter den Anhängern von RB kursiert ohnehin schon ständig der Name Thomas Tuchel und sollte er wirklich im Sommer als Trainer in Leipzig anfangen, wäre es nur schwer vorstellbar, dass Zorniger bis dahin alles für seinen Nachfolger vorbereitet. Hier ist aber wieder einmal die Frage des „Wie“ zu stellen. Wieso hatte die LVZ, in Persona Guido Schäfer, schon heute Morgen diese Information? Schon bei Daniel Frahn erfuhr man durch die Medien, dass es Abschiedsgespräche gab. Beide, Frahn und Zorniger, sind für viele Fans die Identifikationsbilder und viele sehen als Grund für die Beurlaubung, dass man viel zu hohe Erwartungen hat.
Was wird denn erwartet? Platz 7 ist für einen Aufsteiger eine gute Tabellenposition und nach oben ist noch einiges möglich, aber RB ist nicht irgendein Aufsteiger. Liga zwei ist toll, aber das Ziel kann nur die erste Liga und sicherlich in einigen Jahren der Gewinn der Champions League sein. Red Bull investiert nicht in einen Standort, an dem durch die Liga die Vermarktungsmöglichkeiten eingeschränkt sind. Fußball ist und das weiß man nicht nur, wenn man Anhänger von RB Leipzig ist, nicht mehr viel mehr als ein reines Geschäft. Spieler werden gekauft, weil sie durch die Vermarktung und ihr spielerisches Können Geld einbringen und andere werden verkauft, weil das Geld bringt.

Ralf Rangnick betonte auf der Konferenz auch, dass man Zornigers Leistungen nicht schmälern will und die Trennung einvernehmlich geschah. Leider hat er noch vor einer Woche gesagt, dass man derzeit nicht über einen Trainerwechsel nachdenkt. In der Zwischenzeit muss also einiges vorgefallen sein, dass man nicht nur über einen Trainerwechsel nachdenkt, sondern diesen fest für Sommer plant. Fußball ist wirklich ein sehr schnelllebiges und unbarmherziges Geschäft.

Viele Fans hätten Zorniger gerne die nächsten Jahre auf der Trainerbank gesehen, aber auf der anderen Seite missfiel vielen auch der derzeit praktizierte Fußball: Unansehnlich, ineffektiv und berechenbar. In den letzten Spielen hätte man zudem den möglichen Aufstieg verspielen können, wenn die Konkurrenz nur etwas besser gespielt hätte. Platz 7 wäre, wenn die restlichen Mannschaften nicht ständig für RBL gespielt hätten, das kleinere Übel. Ob Beierlorzer die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur führen kann, bleibt abzuwarten. Der frühere U17 Trainer konnte zwar mit der Leipziger Jugendmannschaft einige Erfolge feiern, aber die Profiabteilung ist ein anderes Pflaster.

Rangnick stellte zudem klar, dass spätestens im Sommer ohnehin ein neuer Trainer vorgestellt werden soll und wie hoch dann wirklich die Motivation für Achim Beierlorzer sein wird, ist eine weitere offene Frage.

Trainerwechsel RB Leipzig
Nach zwei Aufstiegen in Folge und dem Aufstieg zum Idol verlässt Alexander Zorniger RB Leipzig mit sofortiger Wirkung. Als Interimstrainer übernimmt Achim Beierlorzer die Mannschaft.

Sollte am Sonntag um 15:15Uhr ein Heimsieg bejubelt werden, der darüber hinaus auch noch schön erspielt wurde, sind wohl die Meisten zufrieden. Ob dieser Erfolg auch unter Zorniger möglich gewesen wäre, kann niemand beantworten, aber wenn es über Monate hinweg nicht besser wird, wieso sollte es dann gerade jetzt gelingen?
Fußball ist eben doch nur ein Geschäft und gerade bei einem Verein, der so wie RasenBallsport Leipzig entstand, darf man das einfach nicht vergessen. Trotzdem wird Alexander Zorniger nicht so schnell in Vergessenheit geraten und immer ein Teil des Leipziger Fußballs sein. Alles, was er erreicht hat und wie er dies tat, gilt als Begründung für #DankeAlexanderZorniger!

3 Kommentare zu “Und unser Trainer Achim Beierlorzer

  1. Gerade noch von unterschiedlichen Ansprüchen geschrieben und schon haut RB Zorni raus. Ich finds einfach kacke! Selbst wenn wir am Ende aufsteigen, bleibt die Frage ob das mit AZ nicht auch gegangen wäre. Warum wird für Sommer definitiv ein neuer geholt, wenn man das Saisonziel (Aufstieg, sicheres Mittelfeld) noch machbar erreichen kann? Was RR da abzieht, geht gar nicht! Leider können wir als Fans nichts ändern und wir dürfen unsere Mannschaft jetzt auch nicht im Stich lassen. Mir tut AZ leid, aber ich bewundere auch seine Überzeugung, das er das nicht mit sich machen lässt. Danke für 2,5 geile Jahre!

  2. Was soll denn diese negative Haltung? Was AZ in den letzten Wochen (vor der Winterpause) hat spielen lassen, war nichts! Ohne System, viele Fehlpässe. Man fragte sich doch ständig, was die trainieren und jetzt heult man rum? Klar wie es ablief, war nicht ok, aber das sich etwas ändern musste, war ja klar und jetzt ist es eben, auch weil AZ es so wollte!, gekommen. Er hätte es auch sportlich sehen können und bis Saisonende seinen Job machen können für den er bezahlt wird. Das bei RB alles etwas anders, als bei anderen Vereinen abläuft, sollte klar sein und hier zählt, wie bei vielen anderen, einfach nur das Geld und das erreicht man nur durch Siege und Aufstiege. Zorniger hat viel geleistet, aber das ist einfach zu lange her. Der Saisonauftakt war gut und danach? Grottenkicks und keine Fortschritte und das sich das RR und DM nicht lange anschauen, war klar! Wir sind eben kein Verein wie Dortmund, der sich das „leisten“ kann die Ziele zurückzustecken. Nur Erfolge bringen wirklich Geld und Fans und wer das nicht sehen will, muss ja nicht zu RB. Die Gegenstimmen haben schon Recht: Bei RB zählt nur das Geld und das menschliche bleibt auf der Strecke. Das war bei Vogel so, bei Röttger, bei Rockenbach, bei allen, die vorher schon gehen mussten. Ich bin dankbar für das, was AZ geleistet hat, aber das gehört zur Vergangenheit. Man muss nicht gewinnen, aber es gab keine Fortschritte mehr und das hätten wir uns alle bis zum Ende der Saison nicht weiter angetan. Wie hätten wir denn geguckt, wenn die anderen Mannschaften uns nicht in die Karten gespielt hätten und wir deswegen nicht auf Platz sieben, sondern 12 oder schlechter wären? Wie hätten wir am Ende der Saison geguckt, wenn wir im guten Mittelfeld gelandet wären und der Rest der Nation hätte gelacht, weil unser Kader viel mehr kann? Hätte RR AZ anlügen soll und ihm verschweigen sollen, dass im Sommer ein neuer kommt? Wäre das besser gewesen? Drei Jahre sind in Leipzig eine verdammt lange Zeit und wer die Mannschaft über Wochen nicht besser, sondern schlechter macht, muss eben mit den Konsequenzen leben.

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