Winterpause ade – Zukunftsgedanken Olé

Mit dem 5:0 Heimerfolg gegen Teplice beendete RB Leipzig am vergangenen Sonntag erfolgreich die Wintervorbereitung. Fans und sicherlich auch die Mannschaft fiebern jetzt dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig entgegen, aber ohne eine einzige Neuverpflichtung war diese Winterpause nicht zuletzt für Leipziger Verhältnisse langwierig und durchaus langweilig.

Während zum Beispiel Greuther Fürth oder 1860 München mit jeweils sieben Ab – beziehungsweise Zugängen (Leihen eingeschlossen) in der Winterpause getätigt haben, geht RasenBallsport bis auf zwei Abgänge (Kalmár – Ausgeliehen an den FSV Frankfurt und Tim Sebastian – Wechsel nach Paderborn) mit einem unveränderten Kader in die letzten 15 Partien der vielleicht letzten Saison in der zweiten Liga.
Nachdem die letzten fünf Spiele vor der Winterpause gewonnen werden konnten, warten jetzt schwierige Aufgaben auf die Rasenballer. Das Auswärtsspiel in Hamburg gegen St. Pauli dürfte dazu zählen, wobei dieses Spiel auch von vielen Anhängern als absolutes Highlight gesehen wird. Außerdem muss RBL noch nach Freiburg, Kaiserslautern und Nürnberg fahren. Zuhause muss noch Union Berlin (Hinspiel 1:1) Bochum und Karlsruhe(beide Spiele wurden 1:0 gewonnen) bezwungen werden, wobei rein theoretisch ein Punkteschnitt von 1,87 reichen würde. In fünf der letzten zehn Spielzeiten konnte ein Verein, der am Ende 63 oder mehr Punkte vorzuweisen hatte, sich mindestens über Platz 2 freuen. Für den unliebsamen dritten Platz müsste RasenBallsport hingegen „nur“ noch 19 Punkte sammeln, was einem Schnitt von 1,27 Punkten aus den restlichen Spielen bedeutet. Derzeit hat RB Leipzig einen Punkteschnitt von rund 2,16, was in der Theorie den Aufstieg schon fast als sicher deklarieren dürfte.
Der Gedanke, dass diese Winterpause vielleicht die letzte außerhalb der ersten Liga für RBL-Fans sein könnte, sprengt derzeit noch den Horizont vieler. In wenigen Monaten hallt es durch’s Stadion:

„Kämpfen bis zum Ende,
Werdet zur Legende,
Für die erste Liga
RBL“

Allein dieser Gesang im Kopf löst Gänsehaut aus. Sollte man nächste Saison wirklich Borussia Dortmund, Bayern München und Bayer 04 Leverkusen in der Red Bull Arena begrüßen dürfen?
Sollte diese utopische Vorstellung schon bald zur Realität werden, muss sich in den Reihen der RBL-Fans aber noch einiges tun. Schon jetzt können wir uns nicht immer gegen alle Fanlager stimmlich durchsetzen und in der ersten Liga werden wohl nur wenige Fans als „Nein-zu-RB“-Aktion einen Boykott durchziehen.
Erst vor 1,5 Wochen führte rb-fans.de auch über dieses Thema ein sehr interessantes Interview mit den Capos Sebastian, Markus und Tommes und dabei appellierte man an alle Fans, die Sektor B als ihre fußballerische Heimat auserkoren haben.
Unlängst wurde zudem bekannt, dass ein Stadionausbau frühstens 2017 erfolgen würde und auch über dieses Thema tauschte man sich mit den Capos aus.
Eine Frage, die dabei nicht gestellt wurde, brennt aber noch unter den Fingern: Wieso sollte man das Stadion ausbauen, wenn in Spielen gegen vermeintlich „unattraktive“ Gegner nur wenige Fans den Weg in die RBA finden? Gegen Frankfurt kamen beispielsweise nur 19 119 Zuschauer, wobei der Schnitt in dieser Saison bei 28 172 Zuschauern liegt. Dass das erste Aufeinandertreffen von RB Leipzig mit Dortmund, Bayern München oder Schalke 04 für ein ausverkauftes Stadion sorgen wird, dürfte unbestritten sein, aber wie sieht es in Spielen gegen Augsburg, Hannover oder Darmstadt aus? Gegen Letztgenannte kamen in den bisher zwei Heimspielen durchschnittlich 32’200Zuschauer. Wie sieht ein Stadion mit einer Kapazität von 57 000 aus, wenn nur 56% gefüllt sind? Als der VfL Wolfsburg gegen ZSKA Moskau spielte, schmunzelte die Netzgemeinde über mickrige 20 000 Zuschauer in der Volkswagen Arena und RB Leipzig dürfte aufgrund der jetzt schon bestehenden Abneigung zum Gespött werden. Darüber hinaus hat Wolfsburg aber auch nur 122 000 Einwohner und damit war jeder Sechste gegen Moskau dabei. Würde man das auf Leipzig hochrechnen, müsste RB Leipzig einen Stadionumbau auf über 85 000 Zuschauerplätze in Auftrag geben. Solche Zahlen sind aber nur noch utopischer, als Spiele gegen Gladbach oder Mainz. Doch inzwischen gibt es sogar Pläne, dass die Arena auf 80.000 Plätze ausgebaut werden könnte beziehungsweise wird die Machbarkeit diesbezüglich geprüft. Aber sollte RB Leipzig wirklich so viele Anhänger, Fans und Zuschauer in die heimische Arena locken können?

Eigentlich sollte man sich über diese zukünftig möglichen Ereignisse aber gar keine Gedanken machen. Als Tabellenführer mit acht Punkten Vorsprung auf Platz drei darf man auch einfach mal den Platz an der Sonne genießen und sich freuen, dass die endlos scheinende Winterpause bald vorbei ist.

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

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