Spielbericht RB Leipzig gegen Fortuna Düsseldorf

Der erste Sieg im sechsten Montagsspiel und Platz 5: Gestern sah man im Stadion, bis auf einige glücklose Fortunen, nur strahlende Gesichter und so soll es doch sein. Ein gutes Spiel, was nicht von Fortuna, sondern von der bloßen fußballerischen Leistung entschieden wurde.

Im Vorfeld der Partie war leider wiedereinmal nicht die mögliche Aufstellung oder der Umstand, dass RasenBallsport Leipzig bereits das sechste und nicht letzte Montagsspiel hat, Gesprächsthema sondern die Boykott-Aktion der Gästefans. Immerhin fanden trotzdem ein paar Düsseldorfer den Weg in die Red Bull Arena und der Tisch war gedeckt für einen spannenden Fußballabend.

Beierlorzer äußerte sich in der Pressekonferenz vor dem Spiel nicht konkret zur Aufstellung und so war es eine kleine Überraschung, dass im Vergleich zur Partie gegen den Karlsruher Sportclub Ante Rebic auf der Bank Platznehmen musste. Für ihn durfte Poulsen wieder von Beginn an auf Torejagd gehen. Weiterhin kam Hierländer für Demme und Teigl für den gesperrten Compper ins Team. Auf der Bank saß neben Demme und Rebic noch Reyna, Kalmar und Bellot. Der etatmäßige Kapitän Frahn, durfte nur von der Tribüne aus zusehen.
Düsseldorfs Trainer Taskin Aksoy veränderte seine Startelf im Vergleich zum Spiel gegen den VfL Bochum auf einer Position. Verteidiger Lukas Schmitz fiel wegen Knieproblemen aus und für ihn durfte Weber im 4-2-3-1 hinten dicht machen.
Der gestrige Schiedsrichter René Rohde ist ligaweit für seine harte Linie bekannt und im Schnitt zeigt er pro Spiel 4,3 gelbe Karten. Gestern sahen fünf Spieler gelbe Karten und allgemein spielten beide Teams körperbetont, aber nicht hart.
Bereits in den ersten Minuten der Partie zeigten die Rasenballer, dass sie sich und die Fans endlich mit einen Montagssieg belohnen wollen. Beide Mannschaften tasteten sich zwar zunächst ab, aber die Düsseldorfer wurden früh gestört und von ihrer herausragenden Offensive sah man nicht viel. RB Leipzig erhöhte, angetrieben durch einen sehr gut auf den Flügel agierenden Forsberg das Tempo und die erste Ecke war das Ergebnis. Waren die Ecken in den letzten Spielen ein großes Manko, ließ Beierlorzer diese scheinbar gezielt trainieren. In der achten Minute schlug Dominik Kaiser den Ball scharf in den Sechszehner, wo mehrere Leipziger und Düsseldorfer den Ball verpassten, aber Rodnei stand goldrichtig am langen Pfosten und drückte den Ball über die Linie. Mit dieser Führung im Rücken spielten die Mannen von Beierlorzer noch befreiter auf und nur eine Minute nach dem Führungstor stand Damari frei vor Rensing, scheiterte aber am ehemaligen Bayerntorhüter. In den folgenden Minuten startete RBL einen Sturmlauf auf das gegnerische Tor, aber sowohl Teigl, als auch Kaiser und Poulsen scheiterten am Keeper bzw. an der schlechten Schussposition. Der erste nennenswerte Torschuss der Gäste hatte Oliver Fink in der 24. Minute, aber wirklich gefährlich wurden die Westfalen erst in der 30. Minute, als Pohjanpalo mit einem Aufsetzer Coltortis Reflexe testete. In der Zwischenzeit, genauer gesagt in der 28. Minute, erhöhte RasenBallsport Leipzig, in Persona durch Joshua Kimmich, zum 2:0. Coltortis langen Abschlag sicherte Poulsen mit einem guten Zweikampf im Mittelfeld und Forsberg startete auf dem linken Flügel durch. Seine Hereingabe auf Hierländer konnte Rensing parieren, aber direkt vor die Füße von Kimmich, der gedankenschnell die Kugel versenkte.
Die Partie verflachte etwas und viele Bälle verliefen sich im Mittelfeld. Kurz vor der Halbzeitpause musste Coltorti nach einem Freistoß von Pinto noch einmal sein Können zeigen und kratzte den Ball aus der Ecke.

Die erste Chance nach dem Seitenwechsel hatte der in der Pause eingewechselte Bebou, der in Minute 48 gegen den sehr gut verteidigenden Teigl das entscheidende Duell verlor. RB Leipzig stand gegen Düsseldorf defensiv sehr sicher und wenn die Raumdeckung mal versagte, agierten die Abwehrspieler abgeklärt und clever. In der 59. Minute passten aber alle nicht auf und Pinto legte auf Pohjanpalo ab. Dieser zeigte, dass auch in den Reihen der Düsseldorfer Techniker sind und sein Schuss ins Eck war für Coltorti unhaltbar. Den entscheidenden Ball schickte Bebou in die Spitze und sein eigentlicher Aufpasser Teigl stand zu weit weg.
Durch ein Foul an Bebou sah Teigl zudem in der 64. Minute seine fünfte gelbe Karte, was bedeutet, dass Beierlorzer in der Partie gegen Heidenheim auf den Allrounder verzichten muss.
Der nun auch vorbelastete Teigl wurde in der 68. Minute vom Platz genommen. Für ihn kam Diego Demme rein und dieser brachte neuen Schwung. Leipzig erhöhte die Schlagzahl und die Entscheidung fiel in der 71. Minute. Der sehr starke Kimmich spielte Damari gut frei und dieser legte technisch versiert mit der Hacke auf Poulsen ab. Der Däne verwandelte aus guter Position abgeklärt mit einem feinen Schlenzer zum 3:1. Mit Poulsens neunten Saisontor war die Partie gelaufen, wobei Forsberg in der 79. Minute sogar das 4:1 auf dem Fuß hatte, aber an Rensing scheiterte. Reine zeittechnische Gründe hatten wohl die Einwechslungen von Reyna (85. Minute für Damari) und Kalmar (88. Minute für Forsberg).
Mit dem ersten Montagsdreier kletterten die Rasenballer auf Platz 5 und mit 37 Punkten ist zumindest der Abstieg kein Thema mehr. Von irgendwelchen Aufstiegsfantasien sollte man sich aber mit 8 Punkten Rückstand auf Platz 3 wohl endgültig verabschieden.

Die Spieler in der Einzelkritik

  • Coltorti: Gute Spieleröffnung und beim Anschlusstreffer machtlos. Bei den restlichen Torschüssen hellwach und mit der gewohnten Ruhe.
  • Teigl: In viele Zweikämpfe verwickelt und mit guten Stellungs – und Aufbauspiel.
  • Klostermann: Die Zukunft in der Innenverteidigung. Er stand immer richtig und zeigte eine fehlerfreie Leistung.
  • Rodnei: Beim Gegentreffer unglücklich, spielte aber sonst eine solide und sichere Partie. Mit seinem ersten Tor für RB Leipzig ebnete er den Weg zum fünften Platz.
  • Jung: Sehr unauffällig, aber ohne wirkliche Fehler und mit gutem Stellungsspiel.
  • Hierländer: Im Zusammenspiel mit Kimmich exzellent und in der Bewegung nach Vorne überlegt und gefährlich.
  • Kimmich: Sein zweites Saisontor war die logische Konsequenz aus seinen letzten guten Leistungen. Als Ideengeber im Mittelfeld mit vielen Freiräumen.
  • Kaiser: Bis auf die Ecke zum 1:0 unauffällig. Er kann bisher nicht an seine früheren Leistungen anknüpfen, ist aber als solider Mittelfeldakteur gesetzt.
  • Forsberg: Auf dem linken Flügel eine Wucht. Offensiv sehr gefährlich und defensiv mit guten Stellungsspiel. Setzte bei Ballverlusten immer nach und sollte für die nächsten Spiele gesetzt sein.
  • Poulsen: Scheinbar überall zur Stelle und immer anspielbar. Mit leichten technischen Schwächen, aber mit robusten Zweikampfverhalten und torhungrig.
  • Damari: Seine Vorlage zum 3:1 zeigte, dass er die Laufwege seiner Mitspieler kennt. Insgesamt eine sehr gute Leistung mit keinen Schwächen.
  • Demme: Seine Einwechslung brachte neuen Schwung und er fügte sich sofort nahtlos ein. Einige gute Aktionen in der Offensive, aber defensiv zu zaghaft.
  • Reyna: Er konnte in den wenigen Minuten, die er mitspielten durfte, nicht seine Klasse zeigen.
  • Kalmar: Zsolt konnte sich aufgrund der kürze seines Einsatzes nicht beweisen.


  • Aufgrund der Auswärtsstärke von Düsseldorf und der Tabellenkonstellation war vor der Partie ein so deutlicher und durchaus souveräner Heimerfolg nicht zu erwarten. In den letzten Spielen hat man gemerkt, dass vor allen an der taktischen Ausrichtung gearbeitet wurde. Hohe Bälle zur Spieleröffnung sind zwar noch immer zu sehen, aber nur noch als alternatives Mittel und wenn, dann kommen die Bälle auch wesentlich präziser. Das Flügelspiel, was vor allen durch Forsberg betrieben wurde, schaffte viele Räume, die man im Spiel gegen Düsseldorf durchaus für noch ein zwei Tore mehr hätte nutzen können.
    RasenBallsport Leipzig ist auf dem richtigen Weg und wenn man das, was die letzten Spiele gezeigt wurde, schon eher hinbekommen hätte, dann könnte man jetzt über den Aufstieg in die erste Liga reden. Realistisch betrachtet kann man diese Saison mit einem sehr guten Platz in der Spitze abschließen, aber acht Punkte bis zum Relegationsplatz sind bei normalen Ergebnissen der Konkurrenz nicht mehr einholbar, aber was ist in dieser zweiten Liga schon normal? Der Traum lebt nach dem 3:1 gegen den direkten Tabellennachbarn Fortuna Düsseldorf weiter, aber auch über Platz 5 und bei dieser Leistungsdichte in der oberen Tabellenhälfte kann man stolz sein. Stolz kann man als Fan aber auch über die eigene Leistung auf den Rängen sein. Von den mitgereisten Düsseldorfern war bis auf ein paar nette Worte, die selbstironisch zur Kenntnis genommen wurden, nichts zu hören. Aus Sektor B war fast über die gesamte Spielzeit ein enthusiastischer Support gegeben und so konnte man ein friedliches und schönes Fußballfest verleben.

    Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

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