Zu Gast bei Wortakrobaten

Nachdem vor der Länderspielpause der 1. FC Nürnberg in der heimischen Red Bull Arena am Ende glücklich bezwungen wurde, herrscht bei RB Leipzig trotz dessen viel Optimismus oder wie kann man sich die Aussage „Wir trauen uns zu, auch in Bochum zu gewinnen.“ in der Pressekonferenz sonst erklären? Gegen den VfL Bochum weißt RasenBallsport Leipzig (Liebe Bochum „Fans“: So heißt euer nächster Gegner wirklich) eine sehr gute Bilanz auf, aber was hilft diese beim zukünftigen Aufeinandertreffen?

6 Punkte und eine Tordifferenz von 4:1 Toren sprechen für RB Leipzig, aber der VfL Bochum gewann sein letztes Spiel in Fürth mit einer beeindruckenden Leistung deutlich mit 5:0 und dabei hätten durchaus noch mehr Tore fallen können. Gegen Nürnberg dachten viele Fans, dass RB, nachdem man schon in der 16. Minute das 3:0 markierte, ein ähnliches Ergebnis wie Bochum erzielen würde, aber wir wissen alle, dass es am Ende vielmehr ein Trauerspiel, als ein berauschendes Fest gab.

Der VfL Bochum steht mit derzeit 21 Punkten auf Platz eins, holte aber aus den letzten fünf Partien nur sechs Punkte (3 Unentschieden, ein Sieg und eine Niederlage). RB Leipzigs Ausbeute war zwar wesentlich besser (9 Punkte), aber nicht zuletzt die drei Unentschieden und die Leistungen vieler Spieler in den letzten beiden Spielen erzeugten Sorgenfalten. Damit wie nach der letzten Länderspielpause wieder ein Erfolgserlebnis gefeiert werden kann (2:0 gegen den SC Paderborn), muss an die Leistung gegen den SC Freiburg angeknüpft werden. Bochum konnte die letzte Zwangspause im Ligabetrieb nicht optimal nutzen, erkämpfte sich aber beim SV Sandhausen ein annehmbares Remis. Mit einem Sieg würde der VfL die Tabellenführung ausbauen, aber RB Leipzig könnte selbst mit einem Sieg und wenn St. Pauli in Berlin höchstens ein Unentschieden holt, auf den dritten Tabellenplatz klettern. Nach den letzten Spielen, die allesamt nicht vollends begeistern konnten, wäre Platz drei schon ein wirklicher Erfolg.
Schiedsrichter der Partie wird Benjamin Brand sein, der auch schon in der letzten Saison die Hinspielbegegnung zwischen Bochum und Leipzig leitete und damals gab es nach einer guten Leistung der Rasenballer ein ungefährdetes 2:0.

FC St. Pauli – RB Leipzig 1:0
Karlsruher SC – RB Leipzig 0:0
RB Leipzig- VfL Bochum 2:0
RB Leipzig – SV Wehen Wiesbaden 1:0
RB Leipzig – SV Meppen 3:2
RB Leipzig – VfB Lübeck 2:1

Wird auch in dieser Spielzeit RasenBallsport Leipzig gegen Bochum triumphieren? Man könnte jetzt unzählige Statistiken heranziehen, aber am Ende wird wohl auch entscheidend sein, inwieweit die Leipziger Defensive den Toptorjäger vom VfL, Simon Terodde, und den Topscorer, Marco Terrazzino, ausschalten kann. Sollte das gelingen, kann man den VfL Bochum auch im eigenen Stadion in Bedrängnis bringen. Der 1. FC Kaiserslautern zeigte am neunten Spieltag, wie man das bewerkstelligen kann, aber Kaiserslautern hat auch im Gegensatz zu RB Leipzig ein anderes Spielsystem. Durchgängige Manndeckung mag bei einer Zweitligamannschaft ein profanes, wenn auch durchaus altmodisches Mittel sein, aber ob sich eine Mannschaft wie Leipzig darauf einlassen kann beziehungsweise will? Mit Offensivkräften wie Selke, Forsberg, Sabitzer und Co. will man sich sicherlich nicht allzu sehr mit der eigenen Abwehrleistung befassen, aber mit der derzeit fünftbesten Abwehr (gemessen an den Gegentoren) muss man das derzeit auch nicht zwangsläufig. In der Vorsaison stellte man zum gleichen Zeitpunkt aber immerhin die zweitbeste Abwehr, wobei ein allgemeiner Trend hin zu mehr Gegentoren in der gesamten Liga erkennbar ist.

Was wünscht man sich nun als Anhänger von RB Leipzig? Ein Unentschieden, weil man in der letzten Saison auswärts erschreckend schwach war? Ein Sieg, weil nur der für die Tabelle etwas zählt? Oder ist das Ergebnis gar zweitrangig und die Mannen von Ralf Rangnick sollen einfach wieder attraktiven Fußball spielen? Am Ende wird die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte liegen und jeden kann man ohnehin nicht zufriedenstellen.

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

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