Der Teufel steckt im Detail

Die roten Bullen besuchen die roten Teufel und zwischen all den Rot gibt es wiedereinmal viel Platz für Hass und Vorurteile. Schon lange vor der Partie inszenierten die Gastgeber einen durchaus als finanziell interessante Aktion beschreibbaren Protest. Abseits davon trifft aber auch noch Platz 2 auf Platz 6 und das Saisonfazit ist noch lange nicht in trockenen Tüchern.

Vor dem Spiel der beiden roten Mannschaften trennen beide Teams 6 Punkte und vor dem Spiel in der Hinrunde lagen beide Punktgleich auf Platz 3 (RB Leipzig) beziehungsweise 5 (Kaiserslautern). Damals endete die Partie 0:0, aber ein solches Ergebnis wünscht sich wohl niemand. Noch dazu war es kein „schönes“ Unentschieden, aber für beide Vereine geht es um viel: In Kaiserslautern will man endlich wieder in die erste Liga und in Leipzig sagen zumindest die Stimmen außerhalb vom Verein, dass der Durchmarsch in die erste Bundesliga noch Thema ist.
Für Kaiserslautern ist das Ziel erste Liga nach dem unglücklichen 1:1 im Montagsspiel gegen Fortuna Düsseldorf zwar bei weiten noch nicht unrealistisch, aber die nächsten Spiele sind entscheidend.

In Leipzig weiß man: Jede Serie hört irgendwann einmal auf
Achim Beierlorzer wird aller Voraussicht nach nicht wieder im 4-1-4-1 seine Spieler auf’s Feld schicken. Der kommende Gegner hat zwar auch eine starke Offensive (39 Tore – Platz 3 mit Karlsruhe zusammen), aber in den letzten Spielen glich der Sturm einer Wundertüte. Gegen Sandhausen gelang „nur“ ein 1:0 Heimerfolg und insgesamt erzielten die Rheinland-Pfälzer dieses Jahr im Schnitt 1,3 Tore/Spiel. Im Vergleich dazu kommt RB Leipzig auf 1,2 Tore pro Spiel, aber die Leipziger erzielten insgesamt auch verhältnismäßig wenige Tore (33) und der 4:0 Heimerfolg der Kaiserslautern gegen Heidenheim hebt den Torschnitt erheblich.
Die roten Teufel stellen zudem aber auch die fünftbeste Defensive der Liga und haben zwei Tore mehr zugelassen als RasenBallsport Leipzig. Toptorjäger ist der finnische Mittelfeldspieler Alexander Ring mit 6 Treffern und die zweitmeisten Tore erzielte der Stürmer Philipp Hofmann, wobei dieser aber auch sechs Spiele mehr als Ring in dieser Saison bestritt. Zum Nachlesen gibt es die genauen Zahlen auf sport.de.

FCK-Coach Kosta Runjaic muss auf die verletzten Ruben Jenssen sowie Marcel Gaus verzichten, wobei beide auch schon im letzten Spiel gegen Fortuna Düsseldorf fehlten. Vorbelastet gehen mit Jean Zimmer und Kevin Stöger zwei Lauterer in die Partie gegen RB Leipzig.
Bei den roten Bullen droht fünf Akteuren eine Gelbsperre: Yussuf Poulsen, Joshua Kimmich, Anthony Jung, Tim Sebastian und Dominik Kaiser könnten auf dem Betzenberg ihre fünfte gelbe Karte sehen und damit im Spiel gegen Darmstadt am 24.4 in der Red Bull Arena gesperrt sein. Verzichten muss Achim Beierlorzer auf Sebastian Heidinger, Omer Damari und auch Rani Khedira ist für das Montagsspiel noch nicht einsatzbereit. Neuerliche Ausfälle müssen hingegen nicht kompensiert werden.
Die Lauterer sind das heimstärkste Team der Liga und die Auswärtsschwäche von RB Leipzig dürfte ihr übrigens dafür getan haben, dass für die meisten Wettanbieter der Sieger des Spiels schon fest steht. Dass Statistiken nicht immer recht behalten, weiß man in Leipzig nicht zuletzt durch die Niederlage gegen Erzgebirge Aue. Nur allzu oft waren die Messestädter diese Saison Aufbaugegner, aber auch diverse Serien rissen. Zu-Null-Spiele oder keine Heimniederlage gehören der Vergangenheit an, aber auch die überragende Serie von Kaiserslautern könnte am Montag ihr Ende finden. Der Fokus sollte zwar auf dem rein sportlichen liegen, aber durch diverse Aktionen rund um das Spiel könnte für einige Lauterer das Hauptaugenmerk auf etwas anderen liegen. Beide Mannschaften können fast auf alle Topspieler zurückgreifen und alle wissen, dass es für beide Vereine um einiges gehen könnte. Egal, wie das Saisonziel von RasenBallsport Leipzig intern definiert ist, eine möglichst gute Tabellenposition sollte Ansporn genug sein.
In Kaiserslautern sieht es etwas anders aus: Eine erneuter Verbleib in der zweiten Bundesliga wäre nicht nur finanziell ein herber Schlag. Die derzeitige Tabellensituation lässt auch kaum einen anderen Gedanken zu, als das es für den FCK diese Saison endlich klappen muss.

Abseits der fußballerischen Belange gab es in den letzten Tagen aber weitaus interessantere Dinge, die Fans beider Lager beschäftigten: Die Anhänger von Kaiserslautern feierten ihre Verantwortlichen für den cleveren Schachzug, dass der gastierende Verein nur als „Leipzig“ und ohne Logo präsentiert wird und die Leipziger Anhänger fragen sich, warum im Spielplan alles beim alten geblieben ist. Natürlich verdient Kaiserslautern durch die Betrachtung des Spielsplans kein Geld, aber der Ticketverkauf ist eine gute Einnahmequelle. Interessant wäre zu wissen, inwieweit das Weglassen einiger uninteressanter Details unentschlossene Stadionbesucher zum Ticketkauf animiert hat.
Auf der anderen Seite kann man sich als Fan von RB Leipzig natürlich freuen: Nachdem man ständig lesen musste, dass es in Leipzig nur Lok und Chemie geben soll, beweist Kaiserslautern, dass sie uns als Teil vom fußballerischen Leipzig akzeptiert haben. Das macht uns durchaus stolz und noch dazu kann Kaiserslautern auf eine lange Geschichte zurückblicken. Wenn solch ein geschichtsträchtiger Verein uns akzeptiert, dann kann es bei den restlichen auch nicht mehr lange dauern. In diesem Zusammenhang kann man sich gerne die Entstehungsgeschichte von Kaiserslautern auf Wikipedia (Link) durchlesen, aber nur, wenn man sich an der Bezeichnung „Produkt“ im Fußball nicht stört.

Anmerkung:

Einige regen sich über das kindische Verhalten der Verantwortlichen in Kaiserslautern auf, aber wie oft spricht man wirklich vom 1.FC Kaiserslautern? Vielleicht waren die Schreiberlinge auch schlichtweg zu faul und das Geld für die Logoverwendung wurde für das sichere Bezahlen im Internet verwendet? Wir wissen es nicht und da sich kein Kaiserslauterer dazu äußern möchte, sollte die Antwort auf dem Platz erfolgen. Man muss RasenBallsport Leipzg nicht beim vollen Namen nennen, da es uns ohnehin lieber wäre, wenn es am Montag Abend heißt: Die Serie vom 1.FC Kaiserslautern riss und sie verloren nach 20 Ligaspielen zu Hause gegen Leipzig.

2 Kommentare zu “Der Teufel steckt im Detail

  1. Bis jetzt haben fast alle für uns gespielt und traditionell (^^) sehe ich deswegen für Montag leider schwarz, aber die Mannschaft darf mich gerne überraschen.
    Was die in Kaiserslautern abziehen, ist der reinste Kindergarten. Erst sagen, dass RB Leipzig keine Sonderstellung einnimmt und dann so einen Käse veranstalten. Die müssen es ja nötig haben und sind scheinbar dringend auf die Zuneigung von RBL-Hatern angewiesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.