Zu Gast bei alten Freunden: Der 1. FC Heidenheim empfängt RB Leipzig

„Auf Wiederseh’n, auf Wiederseh’n,
Bleib nicht so lange fort
Denn ohne dich wär’s halb so schön,
Darauf hast du mein Wort“
Nach nur 117 Tagen kommt es beim Spiel 1. FC Heidenheim gegen RasenBallsport Leipzig zum Wiedersehen mit Sebastian Heidinger und Daniel Frahn, aber auch abseits dieser beiden bekannten Gesichter bietet das Duell genug Potential für eine interessante Partie.

Nachdem es letzte Woche schon ein erfreuliches Wiedersehen mit Niklas Hoheneder gab, treffen die Jungs von Ralf Rangnick am Freitag auf Daniel Frahn und Sebastian Heidinger. Der ehemalige Kapitän und der Allrounder sind seit dieser Saison Bestandteil des Kaders vom FC Heidenheim und zumindest Heidinger konnte sich nach verständlichen Anlaufschwierigkeiten einen Stammplatz erkämpfen. Daniel Frahn, der bisher 351 von möglichen 630 Minuten im Trikot der Heidenheimer gespielt hat, erzielte bei seinen bisher sechs Spielen für seinen neuen Arbeitgeber kein Tor, kassierte aber bereits zwei gelbe Karten. Smail Morabit und Robert Leipertz erzielten hingegen jeweils zwei Tore und der Toptorschütze der letzten Saison der Baden-Württemberger, Marc Schnatterer, konnte immerhin schon einmal einnetzen. Daniel Frahn hat es demnach auch nach seinem Vereinswechsel nicht unbedingt leichter genügend Spielzeit zu sammeln.
Sebastian Heidinger, der in Leipzig vor allen von den weiblichen Fans vermisst wird, durfte zwar in den ersten vier Partien nur magere acht Minuten mitspielen, stand aber in den letzten beiden Spielen über die volle Distanz auf dem Platz. Gegen Kaiserslautern konnte er zudem ein Tor vorbereiten und er ist auch im Spiel gegen RasenBallsport Leipzig gesetzt.

Trotz all der Wiedersehensfreude muss das Spiel beim 1. FC Heidenheim nicht nur wie jedes andere angegangen werden, sondern sollte im besten Fall auch gewonnen werden. Ein Unentschieden gegen die heimstarken Baden-Württemberger, die bisher jedes ihrer drei Heimspiele in dieser Saison gewinnen konnten, wäre aber wohl auch noch vertretbar. Die körperliche Robustheit und Geschlossenheit des Teams dürften die größten Knackpunkte sein, aber wenn die Spieler von RB Leipzig eine ähnliche Leistung wie gegen Paderborn zeigen, sollten auch die Heidenheimer schlagbar sein.
Das Team von Ralf Rangnick wurde zum letzten Spiel an der Bayrischen Grenze von gut 400 RBL-Anhängern begleitet und auch diesmal dürften es nicht wesentlich mehr Auswärtsfahrer sein, die ihr Team in der Fremde unterstützen möchten. Die 417km (Von Stadion zu Stadion) sind aber auch für ein Freitagsspiel keine einfache Aufgabe und umso stolz kann man auf die sein, die sich diese Strapazen zumuten. Zum Vergleich dazu muss man aber auch sagen, dass die Heidenheimer ihr Auswärtsspiel in Leipzig am 6. Oktober letzten Jahres „boykottierten“ oder lag es nur daran, dass es sich um ein Montagsspiel gehandelt hat? Den letzten Satz darf man natürlich nicht ernst nehmen (Echte Fans stören sich nicht an ungünstigen Anstoßzeiten und boykottieren nur gegen RB), aber dafür ist es umso ernster beziehungsweise glückliche Wahrheit, dass der gefühlt ewig andauernde „Vertagspoker“ von Yussuf Poulsen endlich ein Ende fand und der junge Däne seinen Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2019 verlängerte. In den letzten Monaten schien es fast so, als würden die Unklarheiten über die sportliche Zukunft das Sturmtalent hemmen, aber schon im Spiel gegen Paderborn sah man eine deutliche Steigerung. Es bleibt zu hoffen, dass Poulsen nach der Unterschrift seinen Worten („Die Möglichkeiten, mich hier kontinuierlich weiterzuentwickeln, sind einfach hervorragend“ Link) treu bleibt und der Knoten endlich platzt.
Ein anderer Torknoten, der von Emil Forsberg, ist diese Saison endlich geplatzt und der Schwede konnte in den bisher sechs Saisonspielen schon starke drei Tore beisteuern. Nach der letzten Halbserie, in der er immer sehr bemüht, agil und spielerisch stark auftrat, aber kein Tor erzielen konnte, waren die angepeilten zwölf Saisontore ein forderndes Ziel, aber inzwischen durchaus realistisch. Ein anderer Mehrfachtorschütze, Marcel Sabitzer, könnte im Spiel beim 1. FC Heidenheim zunächst auf der Bank Platz nehmen müssen, da er, wie auch sein ehemaliger Salzburger Kollege Massimo Bruno, erst am Mittwoch wieder mit der Mannschaft trainieren konnte. Wenige gemeinsame Trainingseinheiten hielten Rangnicks Mannschaft aber auch schon gegen Paderborn nicht davon ab, endlich mal als Team auf dem Platz zu stehen. Stefan Ilsanker, der nach seine disziplinarischen Auszeit wieder spielen dürfte, könnte zunächst auch auf der Bank landen, da sein Ersatzmann, Diego Demme, im letzten Spiel überzeugen konnte. Weiterhin ausfallen werden Terrence Boyd und Atınç Nukan, die sich noch im Aufbautraining befinden.

Nach dem sechsten Spieltag steht Heidenheim mit 11 Punkten auf Platz 5, wobei RB Leipzig nur ein Tor mehr geschossen hat als die Blau-Rot-Weißen und beide Teams damit denkbar knapp beieinander liegen. Die Heidenheimer, die bisher neun ihrer elf Punkte in der heimischen Voith-Arena sammelten, haben mit Robert Strauß nur einen verletzungsbedingten Ausfall und dürften auch gegen RB Leipzig auf ihre bisher erfolgreiche 4-4-2-Formation mit Doppel-6 vertrauen. Ob Rangnick auch wieder auf eine Doppel-6 setzt oder durch die mögliche Rückkehr von Ilsanker wieder etwas anderes ausprobiert wird, ist nicht absehbar, aber einen Gegner wie Heidenheim kann man nicht wie Paderborn begegnen und vor allen im heimischen Stadion ist eine Mannschaft wie der 1. FC Heidenheim ein sehr unangenehmer Gegner, der allen Mannschaftsteilen sehr viel abverlangt. Mit einer Larifari-Einstellung, wie sie die roten Bullen in dieser Saison schon viel zu häufig zeigten, wird man die Voith-Arena wohl mit leeren Händen verlassen und das kann man den mitgereisten Fans nicht antun. Allein für diese Hartgesottenen muss eine sehr gute Mannschaftsleistung Pflicht sein und ob dabei am Ende drei Punkte herausspringen, ist erst einmal nicht das Wichtigste.

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

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