Besuch aus dem hohen Norden

Fußball könnte so einfach sein: Zwanzig Mann rennen einem Ball hinterher und zwei (meist groß gewachsene) Männer stehen einsam zwischen zwei Pfosten und dürfen, im Gegensatz zu den restlichen Akteuren, den Ball in einem bestimmten Gebiet mit der Hand berühren. Die meisten Spiele werden dabei von mehr oder minder vielen Zuschauern beobachtet, besungen und angefeuert und auch fernab von der eigentlichen Spielstätte schauen tausende an Fernsehgeräten zu. Fairplay, Toleranz und gesellschaftliche Werte werden dabei nicht nur stillschweigend angenommen, sondern vom Fußballbund vorgegeben, aber nicht immer vollen sich alle daran halten.

Vor rund zwei Wochen erlebte man zum wiederholten Male, was es heißt, wenn nur wenige sich nicht an diese Vorgaben halten und das DFB-Pokalspiel zwischen den VfL Osnabrück und RB Leipzig wurde abgebrochen. RasenBallsport Leipzig bekommt häufiger Unsportlichkeiten zu spüren und diese gehören für viele gegnerische Fans, aber auch andere Vereine dazu oder vielleicht sogar zum guten Ton, wenn man gegen RB Leipzig spielen muss. Wie schon in der letzten Saison gehört auch der Zweitligavertreter aus Hamburg zu diesen Vereinen, die RasenBallpsort Leipzig eine Sonderstellung einräumen. Abseits davon bedeutet die Partie aber auch das Duell Platz 2 gegen Platz 3 und Marcel Halstenberg und Marc Rzatkowski gegen Davie Selke und Emil Forsberg. Beide Sturmduos erzielten jeweils bereits vier Tore und damit 80% aller Tore ihrer Mannschaft in dieser Saison.
Auf Torjäger Marcel Halstenberg muss Trainer Ewald Lienen aller voraussichtlich in Leipzig aber verzichten. Jan-Philipp Kalla und Sören Gonther fallen hingegen ganz sicher aus, dafür kehren aber Lasse Sobiech und Christopher Buchtmann nach ihren Verletzungspausen zurück. Mit dem langzeitverletzten Neuzugang Ryo Miyaichi kann Lienen genauso wenig planen, wie sein Trainerkollege Ralf Rangnick mit Terrence Boyd auf der anderen Seite. Zudem fallen noch immer Atınç Nukan, Marvin Compper und Ken Gipson aus und hinter Stefan Hierländer und Marcel Sabitzer stehen noch Fragezeichen. Peter Gulácsi, der im Regionalligaspiel von der U23 von RB Leipzig in Luckenwalde eine rote Karte kassierte, wird ebenfalls auf der Tribüne Platz nehmen müssen.
Bis auf eventuelle verletzungsbedingte Veränderungen in der Aufstellung will Ralf Rangnick aber die gleiche Elf spielen lassen, die in Braunschweig drei Punkte holte.
Gelingt am Sonntag der Heimsieg, hätte RasenBallsport Leipzig nach vier Spieltagen bereits zehn Punkte und damit immerhin zwei Punkte mehr als zur gleichen Zeit in der letzten Saison. Für das große Ziel „Aufstieg“ müssen es aber eigentlich nach dem vierten Spieltag diese zehn Punkte sein, aber der kommende Gegner ist alles andere als Kanonenfutter. Mit zwei Siegen und einem Unentschieden liegt das Team von Ewald Lienen punktgleich mit RB Leipzig auf Platz 3 und konnte nicht zuletzt im Spiel in Karlsruhe überzeugen. In der letzten Saison verloren die Rasenballer das Spiel in der Rückrunde auswärts, gewannen aber das Heimspiel gegen die Braun-Weißen mit 4:1 und Boyd erzielte dabei ein Doppelpack und auch Poulsen steuerte ein Tor bei. Bei der kommenden Begegnung werden aber wohl andere für das Toreschießen zuständig sein. Poulsens Einsatz ist nach den letzten Leistungen und der starken Konkurrenz derzeit nicht erste Wahl und wird wohl nur beim Ausfall von Sabitzer zum Zug kommen. Hingegen wieder in die Startelf gespielt haben dürfte sich Tim Sebastian, der gegen Braunschweig überzeugend die Abwehr stabilisierte und sein Können zeigte.
Mit diesen erfahrenen Spielern, den spritzigen Neuzugängen und Emil Forsberg, bei dem endlich der Knoten geplatzt ist, dürfte aber auch bei großer und kämpferischer Gegenwehr von den Gästen der Heimsieg mehr als machbar sein.
Als letzter Impulsgeber werden aber auch wieder die heimischen Fans gefordert sein, die hoffentlich wie immer die Rasenballer nach vorne peitschen. Zum Spiel ruft zudem das Team von RB-Fans.de zum FaRBe bekennen auf (Link). Auch wir hoffen, dass sich möglichst viele Fans an der Aktion beteiligen und wir alle zusammen die Red Bull Arena in rot und weiß hüllen.

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

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