RB Leipzig gegen die Hessen aus Frankfurt

Nachdem wir gerade so die Niederlage im Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue verarbeitet haben, erschütterte viele die Nachricht von der Beurlaubung von Alexander Zorniger. Nichtsdestotrotz müssen wir uns als Fans und die Mannschaft als ausübendes Glied auf nächsten Sonntag vorbereiten, damit wir endlich wieder einen ansehnlichen Dreier feiern können. Die Vorzeichen stehen dabei recht gut.

Das Hinspiel endete zwar 0:0, aber durch Clemens Fandrich gelb-rote Karte waren wir auch lange in Unterzahl. Die kämpferische Leistung war vor rund 6 Monaten aber sehr gut und man kann am Sonntag auf die damals nicht mitgereisten Poulsen, Hoheneder und Kaiser setzen. Vor allen auf Dome dürfte es am Sonntag ankommen. Gibt es endlich wieder richtige Kunststücke und geniale Pässe, die die gegnerische Abwehr aushebeln oder wird ein ganz anderer – vielleicht sogar ein Neuzugang – zum Matchwinner?
Die ersten öffnetlichen Trainingseinheiten unter Neu-Coach Achim Beierlorzer unterschieden sich nicht wirklich von denen von Zorniger, aber es ist nicht immer die offensichtliche Veränderung, die Dinge wie Spielsystem, Mannschaftsgefüge oder taktische Ausrichtung modifizieren. Eine gewisse Umstellung war trotzdem wahrzunehmen.

Der Gegner, FSV Frankfurt, steht mit 24 Punkten auf Platz 11 und völlig im Soll. Darüber hinaus konnten die Hessen letztes Wochenende Nürnberg mit einem 2:1 Sieg nach Hause schicken. Die auch Nicht-Frankfurtern bekannten Balitsch und Kruska, welche die letzten Tage nicht durchgängig am Mannschaftstraining teilnehmen konnten, stehen wohl im Spiel gegen RB Leipzig wieder von Beginn an auf dem Feld. Auf sie wird, neben den beiden Toptorschützen Kapllani (5 Saisontore) und Grifo (6 Saisontore) am Sonntag der Fokus liegen. Insgesamt spielten die Frankfurter bisher eine abwechslungsreiche Saison: Der Auswärtssieg gegen Fürth (2:5) und das sehr gute 2:0 auswärts gegen München stehen dabei Niederlagen gegen Bochum (1:5 zu Hause), Braunschweig (0:3 zu Hause) und Darmstadt (4:0 auswärts) gegenüber. Ihr Trainer, Benno Möhlmann, der seit nunmehr über 3 Jahren die Mannschaft trainiert, stand im Laufe der aktuellen Spielzeit wegen dieser inkonstanten Leistung wiederholt in der Kritik. Auch deswegen dürfte ein Erfolg gegen RB angestrebt werden, wobei sich die Frankfurter mit Kampfansagen zum nächsten Gegner zurückhalten.
In Leipzig sieht das etwas anders aus: Der Druck auf die Mannschaft und vor allem den Interimscoach sind enorm. Das Wort Aufstieg schwebt über allen und nachdem man für nächsten Sommer einen neuen Trainer versprochen hat, ist die Lage für Beierlorzer umso schwieriger. Das der Trainer über die Saison hinaus Cheftrainer von RasenBallsport bleiben könnte, halten fast alle für ausgeschlossen. Die Vorzeichen für das erste Spiel als Trainer einer Profimannschaft könnten also nicht verheißungsvoller sein. Neuling beim ambitionierten Aufsteiger gegen den krisensicheren Möhlmann. Die Leipziger Anhänger sehen dies, wenn man die Vorverkaufszahlen heranzieht, scheinbar etwas anders. Bei bisher 14 500 verkauften Karten sprechen Skeptiker gar schon vom Abflauen der Euphorie rund um die neue Fußballhoffnung. Das ein Spiel gegen FSV aber kein Besuchermagnet ist, mussten auch schon andere Zweitligisten erleben. Die Hessen spielen zu Hause schon vor der Ligaminuskulisse und lockten beispielsweise in Nürnberg nur 27 000 Zuschauer an. Sonst haben die Franken einen Schnitt über 32 000 Zuschauer. In Kaiserslautern (Im Schnitt über 32 000 – Gegen Frankfurt 27 300) und 1860 München (Im Schnitt über 19 000 – gegen die Hessen 13 800). Der FSV spielt diese Saison auch noch Auswärts gegen die Zuschauerkrösusse Düsseldorf, Kaiserslautern und St. Pauli und es bleibt abzuwarten, ob sich der Schnitt noch hebt. Durch das Spiel gegen Frankfurt dürfte sich aber auch der Schnitt von derzeit über 26 000 Zuschauern in der Red Bull Arena nach unten korrigieren.

„Aus eigener Kraft“ gilt am Sonntag nicht nur für den FSV Frankfurt! RB Leipzig muss endlich wieder bekannte Tugenden aufleben lassen und Spaß bereiten.

Abseits davon dürften viele Augen zur Trainerbank gehen. Der erste Auftritt von Beierlorzer dürfte für viele schon der Gradmesser sein. Gelingt am Sonntag ein Sieg, sind sowohl die Aufstiegshoffnungen, als auch Ralf Rangnicks Integrität gewahrt. Am Ende müssen wir als Fans wieder geschlossen hinter der Mannschaft stehen. Es ist nicht verwunderlich, dass auch bei RB Leipzig nicht alle Entscheidungen nur Jubelstürme auslösen, aber in solchen Zeiten zeigt sich auch, ob man wirklich zum Team stehen kann. Zorniger ist nicht der erste Trainer, der gehen musste und wird sicherlich nicht der letzte sein. Es bleibt abzuwarten, in wie weit die Mannschaft diesen ganzen Trubel verarbeiten kann und endlich wieder zur alten Stärke findet. Das Ziel für Sonntag kann aufgrund der Kaderstärke und des eigenen Begehrens nur ein Punktgewinn auf möglichst attraktive Art und Weise sein. Der von vielen als Rumpelfußball abgestempelte Stil kann nicht das sein, was sich die Anhängerschaft wünscht. Der zu diesen Zeitpunkt unglückliche Trainerwechsel, könnte auch zum Wechsel zurück in die Erfolgsspur führen. Die Vergangenheit hat zumindest gezeigt, dass neue Trainer neue Impulse recht schnell setzen können. Für die hohen Ziele, die man in Leipzig verfolgt, kann nur ein Heimsieg gerade so genug sein. Der auf der Mannschaft und Neu-Trainer Beierlorzer liegende Druck dürfte enorm sein, aber als Topteam muss man damit umgehen können. Wir als Fans sollten unseren Teil zum Erfolg beitragen und Beierlorzer gebührend empfangen. Er kann nichts dafür, dass Zornigers Zeit in Leipziger erst einmal zur Vergangenheit gehört.

2 Kommentare zu “RB Leipzig gegen die Hessen aus Frankfurt

  1. Ihr habts mit Zahle oder? Ich denke, das es über lange Strecken ein ausgeglichenes Spiel wird, aber wir werden natürlich gewinnen. Frankfurt ist einfach nicht konstant genug. RB Leipzig jetzt erst recht!

  2. Egal, was vorher war: Gleich zählt’s und dann wird sich zeigen, ob man innerhalb einiger Tage die Fehler vergangener Monate ausbügeln kann. Ich als Fan will keinen Sieg um jeden Preis, aber endlich wieder schönen Fußball sehen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.