Heimsieg oder Heimschwäche

Das Freitagabendspiel gegen den SC Paderborn wird von vielen Fans, aber auch von Ralf Rangnick als enorm wichtig und Pflichtaufgabe gesehen, aber auch das Wiedersehen mit dem ehemaligen Abwehrbullen Niklas Hoheneder sorgt für Spannung und Freude.

Mit acht Punkten aus fünf Spielen liegt RasenBallsport Leipzig derzeit auf Platz fünf und damit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Mit dem SC Paderborn gastiert aber nicht nur der Bundesligaabsteiger in der Heldenstadt, sondern auch die derzeit viertschlechteste Zweitligamannschaft. Die Westfalen müssen nach dem schlechten Saisonstart in der Fremde punkten, aber auch bei RB Leipzig erwartet man einen Sieg.

Ralf Rangnick betonte in der Pressekonferenz, dass gegen Paderborn der erste Heimsieg her muss, auch damit man den Anschluss an die Tabellenspitze nicht verliert. Verzichten muss der Übungsleiter der RBLer weiterhin auf Terrence Boyd und Atınç Nukan, die sich beide noch im Aufbautraining befinden. Für Gipson und Compper, die nach ihren Verletzungspausen inzwischen wieder mit der Mannschaft trainieren, kommen Spielminuten gegen den SC Paderborn noch zu früh. Die Nationalspieler, die für ihre jeweilige Nation auf Länderspielreise waren, werden je nach Fitnessstand ihre Einsatzzeit bekommen.
Auf der Gästeseite muss Paderborns Trainer Markus Gellhaus Marvin Bakalorz ersetzen, der sich im Testspiel gegen Bayer Leverkusen verletzte. Für ihn könnte der Neuzugang Kirch, der vom Bundesligisten Borussia Dortmund zu den Blau-Schwarzen wechselte, seinen ersten Startelfeinsatz bekommen. Thomas Bertels und Michael Heinloth fallen darüber hinaus weiterhin verletzungsbedingt aus. Srdjan Lakic wird wohl, trotz dessen, dass er wieder mit der Mannschaft trainieren kann, keine Option sein.

Das Freitagsspiel gegen den SC Paderborn ist das zweite Aufeinandertreffen beider Mannschaften, wobei RB Leipzig in der vergangenen Saison das Pokalspiel gegen Paderborn mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Der damalige Ligaunterschied war fast durchgängig egalisiert und durch die vielen Ab – und Zugänge müssen sich auch die Westfalen noch finden. Die Rasenballer, die auch durch viele Transfers durcheinander gewürfelt wurden, zeigten in den letzten Spielen durchaus, dass man langsam Fortschritte im Teambuilding verbuchen kann.
Schiedsrichterin der Partie wird Bibiana Steinhaus sein und bei RBL-Anhängern ist die Polizeihauptkommissarin gern gesehen, verlor man doch kein Spiel unter ihrer Leitung. Als Fan von RasenBallsport Leipzig hofft man natürlich, dass diese Serie hält und RBL endlich den ersten Heimsieg der Saison einfahren kann.
Die Spieler von RB Leipzig können sich dabei aber nicht nur auf über 21000 Heimfans freuen, sondern auch gut 450 Flüchtlingen einen tollen Abend bereiten. Die Aktion fand bei den meisten Fans großen Anklang und es meldeten sich 200 Anhänger als Paten an.
Auf Seiten der Paderborner fällt die Unterstützung etwas magerer aus, aber Freitagsspiele sind für das Gros der Auswärtsfahrer ohnehin ein Hindernis. Offizielle und halbwegs aktuelle Angaben gibt es zwar nicht und einen Boykottaufruf gab es auch nicht, aber der SC Paderborn spricht selbst davon, dass „noch ausreichend Tickets verfügbar“ sind (Link).
Der Verzicht auf einen Boykott und das Ausbleiben von großen Protestaktionen im Vorfeld der Partie ist eine angenehme Abwechslungen zu sonstigen Ligaspielen und durch das Wiedersehen mit Niklas Hoheneder, die Aktion für Flüchtlinge und das Hinzukommen der Flutlichtatmosphäre könnte das Spiel gegen den SC Paderborn ein Highlight und Wendepunkt werden. Dass das Spiel gegen die Blau-Schwarzen kein Selbstläufer wird, dürfte klar sein, auch wenn die Paderborner derzeit keine Übermannschaft sind. Die Tabellenkonstellation sieht aber eindeutiger aus, als sie wirklich ist. Bis auf die Leistung im Spiel gegen Sandhausen konnten die Paderborner durchaus überzeugen, wenn auch spielerisch noch einige Schwächen auszumachen sind. Der Umbruch, den diese Mannschaft verkraften muss, zeigte deutliche Spüren, aber diese kann man auch bei den Rot-Weißen erkennen und im Spiel zwischen beiden Mannschaften wird es auch darauf ankommen, dass man als Team agiert und die einstudierten Spielzüge blind funktionieren. Individuell betrachtet sind die Spieler von RB Leipzig zwar besser, aber das tangierte in den meisten vorangegangenen Spielen auch nicht das Ergebnis. Der Vorteil zu den bisherigen Spielen dürfte sein, dass auch der Gegner noch nicht über eine eingespielte Mannschaft verfügt und mit einem Sieg gegen Paderborn könnte man zudem etwas Ruhe ins Team bringen. Aufgrund der ambitionierten Ziele wäre alles andere als ein Heimsieg zudem sicherlich ein herber Dämpfer.

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

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