RB Leipzig gegen den 1. FC Nürnberg

Zum Spiel RasenBallsport Leipzig gegen den 1. FC Nürnberg hätte es zum Wiedersehen mit Stefan Kutschke kommen können, der in insgesamt drei Spielzeiten (82 Spiele) für Leipzig 25 Tore schoss. Aber auch ohne den gebürtigen Dresdner ist Nürnberg nicht nur in der Offensive sehr gut aufgestellt.

Nachdem es in der englischen Woche nur zum wenig schmeichelhaften „Remis-Hattrick“ reichte, muss RB Leipzig am Sonntag gegen den FC Nürnberg zurück auf die Siegerstraße, damit das von vielen prognostizierte Saisonziel „Aufstieg“ nicht schon frühzeitig in der Saison ad acta gelegt werden muss. Für dieses sicherlich nicht einfache Spiel muss Ralf Rangnick aber mindestens auf Rani Khedira und die Langzeitverletzten Boyd und Nukan (beide noch im Aufbautraining) verzichten. Weiterhin sind Forsberg, Bruno, Jung und Poulsen mehr oder minder fraglich.
Gästetrainer René Weiler muss bis auf seine beiden Langzeitverletzten Junior Mössmer und Sebastian Kerk keine weiteren Ausfälle kompensieren und kann aller Voraussicht nach wieder mit Thorsten Kirschbaum planen.

Die Nürnberger haben, nicht wie RB Leipzig, die englische Woche sehr erfolgreich überstanden und sieben Punkte aus den drei Spielen eingefahren und stellen mit Burgstaller (6 Tore) den zweitbesten Schützen der Liga. Neben ihn konnten aber auch Hanno Behrens und Alessandro Schöpf (jeweils 3 Tore) häufiger einnetzen, als Yussuf Poulsen, der in der letzten Saison immerhin noch Toptorjäger von RB Leipzig war. Dafür trafen Emil Forsberg und Davie Selke jeweils schon viermal, aber abgesehen von der schwächelnden Offensive gibt es in Leipzig noch weitere Baustellen. Nürnberg hat nicht nur sieben Tore mehr als Leipzig erzielt, sondern zeigten nicht zuletzt gegen Bielefeld, als sie nach einem 2:0 Rückstand noch das Unentschieden erkämpften, eine wesentlich bessere Mannschaftsleistung als RB Leipzig. Dachte man nach den Spielen gegen Heidenheim und Freiburg, dass sich die Mannschaft langsam findet und zusammenwächst, wirkte es im Spiel gegen 1860 München unorganisierter und kämpferisch sehr schwach. Wieder kam die Frage auf, wie solche Spieler eine solch miserable Leistung zeigen können. Der von vielen geforderte Aufstieg wird aber nicht nur durch solche Leistungen gefährdet, sondern wirft auch die Diskussion auf, ob ein Aufstieg nicht das völlig falsche Signal wäre. Gegen Heidenheim und Freiburg holten die Rasenballer auch nur jeweils einen Punkt, aber man verschenkte eher vier weitere, weil man die eigenen Chancen nicht nutzte. Die Mannschaftsleistung war zwar noch nicht perfekt, aber im Vergleich zu den ersten Saisonspielen deutlich verbessert. In München zeigte sich wieder ein anderes Bild: Die Mannschaft harmoniert nicht wirklich und Fehlpässe entstehen, weil die Laufwege nicht stimmen. Bei einem Aufstieg, egal, ob erkämpft oder durch glückliche Umstände (weil die Konkurrenz schwächelt), würden sicherlich viele Neuzugänge wieder alles durcheinander bringen. Nach inzwischen zehn Pflichtspielen ist der Weg zu einem geschlossenen Mannschaftsgefüge noch weit und will man sich das in der nächsten Saison wieder antun oder gar darauf vertrauen, dass man mit dem Kader, der jetzt schon tabellarisch nicht Ligaspitze ist, nur annähernd in der Bundesliga bestehen kann?
Wie sooft im Leipziger Fußball klafft zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine große Kluft, aber ein Trainer wie Ralf Rangnick sollte auch diese schließen können und hoffentlich passt sich der Wunsch nicht der Wirklichkeit an.

Nachdem in den letzten Partien auch einige Fans die Schiedsrichter als Mitschuldige erklärt haben, sollte es im Spiel gegen Nürnberg mit Christian Dingert keine Probleme geben. Der gebürtige Rheinländer pfiff erst drei Spiele von RB Leipzig, wobei jeweils ein, drei oder null Punkte geholt wurden.

SV Darmstadt 98 – RB Leipzig 1:0
RB Leipzig – VfR Aalen 0:0
Holstein Kiel – RB Leipzig 0:2

Lässt man einmal das Spiel gegen Darmstadt außen vor (denn jeder Schiedsrichter sieht in einem Spiel mit Darmstädter Beteiligung schlecht aus), ist ein Punkteschnitt von zwei keineswegs schlecht.
Keineswegs schlecht endete aus Leipziger Sicht auch das letzte Aufeinandertreffen beider Vereine. Mit einer 2:1-Niederlage mussten die Nürnberger im April die Heimreise antreten. Das Spiel in der Hinrunde konnten sie hingegen gewinnen und auch diesmal ist kein klarer Trend auszumachen: Punktgleich und mit nur zwei Toren Unterschied stehen die Franken hinter RB Leipzig auf Platz sieben, konnten aber aus den letzten fünf Partien zehn Punkte holen. Die Fans von RasenBallsport Leipzig konnten sich lediglich über sieben Punkte freuen, wobei immerhin seit sechs Spieltagen keine Niederlage mehr verzeichnet werden musste. Für einen Aufstiegsaspiranten ist die Häufung von Punkteteilungen aber sicherlich zu wenig, aber auch Nürnberg kann über vierzehn Punkte aus neun Spielen nicht glücklich sein.

RB Leipzig 1:1 SC Freiburg 6:3 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg 3:2 1. FC Heidenheim 1:1 RB Leipzig
1. FC Nürnberg 2:2 1860 München 2:2 RB Leipzig
RB Leipzig 2:2 SpVgg Greuther Fürth 3:2 1. FC Nürnberg

Betrachtet man die Ergebnisse von Duellen mit Mannschaften, gegen die beide Teams schon spielten, fällt auf, dass sowohl RasenBallsport Leipzig, als auch der 1. FC Nürnberg vier Punkte aus vier Spielen holte, wobei Leipzig vier mal Unentschieden spielte, Nürnberg aber zweimal verlor.
Nürnberg spielte insgesamt lediglich zweimal unentschieden, während RB Leipzig in fünf von neun Partien nur einen Punkt mitnehmen konnte. Nur 1860 München (auch fünf Remis) und Bielefeld (sieben mal die Punkte geteilt) spielen gleich häufig beziehungsweise häufiger unentschieden. Unentschieden sind für die Zuschauer, aber auch für die betreffenden Mannschaften undankbare Ergebnisse. Wirklich ebenbürtig sind sich die Teams meistens nicht und wenn doch, dann nur auf dem Papier und eine Mannschaft fühlt sich trotzdem so, als hätte man zwei Punkte verloren. Für die Tabellenplatzierung sind Punkteteilungen auch nicht förderlich: Der 1. FC Kaiserslautern stieg in der Saison 1995/1996 nach insgesamt 18 Unentschieden ab, aber der 1. FC Köln beendete die Spielzeit 1991/1992 auch mit 18 Remis auf Platz vier. RB Leipzig ist zwar vom Abstieg weit entfernt, aber auch Platz vier wäre am Ende für viele sicherlich zu wenig. Mit dem derzeitigen Punkteschnitt von 1,55 würde man am Ende auf 53 Punkte, was zumindest im Vergleich zur letzten Saison drei Punkte mehr wären, aber trotzdem würde man die Saison auf Platz fünf beenden.

Um sich zumindest tabellarisch zur Vorsaison zu verbessern, muss gegen Nürnberg eigentlich ein Sieg her, aber diesen hätte man auch schon gegen Freiburg und München gebraucht. Zudem kann die Konkurrenz nicht jeden Spieltag aufs Neue für RB Leipzig spielen.

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

2 Kommentare zu “RB Leipzig gegen den 1. FC Nürnberg

  1. Nach den heutigen Ergebnissen stehen wir nur noch auf Platz 9! Das ist viel zu wenig. Morgen muss ein Sieg her und sonst gar nichts. Sonst Bye Aufstieg und bye einige Stars.

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