Auf zum Verfolger in den Breisgau

Nach dem mit dem Spiel Borussia Dortmund gegen Bayern München am Samstag schon der Erste gegen den Zweiten in der ersten Bundesliga gegeneinander gespielt haben, treten am Montag um 20:15Uhr auch in der zweiten Liga die beiden Topteams gegeneinander an.
Für viele ist diese Partie bereits eine mögliche Vorentscheidung, könnte RB Leipzig doch den Rückstand auf Platz zwei auf neun Punkte ausbauen. Freiburg hingegen muss selbst punkten um Platz zwei (derzeit punktgleich mit Nürnberg) zu verteidigen.

Neben der rein tabellarischen Spannung versetzt aber auch ein Kurzfilm die Fanlager in Topspielstimmung (Link zum Video auf YouTube). Für Ralf Rangnick ist dieses Spiel wichtig („Mit einem Sieg können wir einen großen Schritt in Richtung Aufstieg gehen.“), aber er würde es „nicht als Schlüsselspiel bezeichnen.“ (Link zu RB-Website mit den wichtigsten Aussagen aus der Pressekonferenz).

Besonderes Augenmerk dürfte auch auf Marvin Compper liegen: In den letzten fünf Spielen erzielte er 3 Tore und bereitete ein weiteres vor. Zudem ist der Zweitälteste RBL-Kicker auch der Spieler, der bereits 168 Spiele in der ersten Liga in der Vita stehen hat (Letzter Einsatz bei der 1:3 Niederlage von Hoffenheim gegen Borussia Dortmund – Link zu transfermarkt.de) Das große Ziel „1.Liga“ kennt er also noch aus seiner Vergangenheit bei anderen Vereinen und inzwischen ist die Notlösung in der Innenverteidigung neben Orban gesetzt. Nukan, der nach seiner Verpflichtung eigentlich als gesetzt galt, muss sich wegen Compper derzeit mit dem Platz auf der Bank anfreunden.
Ein anderer Spieler, über den derzeit viel berichtet wird, ist Davie Selke. Während Forsberg mit überragenden Leistungen überzeugt und auch Yussuf Poulsen seine Formschwäche schon längst überwunden hat, sitzt der Königstransfer derzeit nur auf der Reservebank. Den eigenen Ansprüchen und den Erwartungen, die man an einen 8-Millionen-Spieler stellt, zum Trotz, kann Selke derzeit wohl schlichtweg nicht überzeugen.

Ein weiterer Stürmer, Terrence Boyd, fehlt weiterhin und auch Fabio Coltorti ist noch nicht fit. Auf Seiten der Freiburger fallen mit Marc Torrejón, Lukas Kübler, Julian Schuster, Caleb Stanko, Lucas Hufnagel, Tim Kleindienst und Havard Nielsen weitaus mehr Spieler aus, wobei viele ohnehin nur Ergänzungsspieler sind.

Anders, als derzeit noch auf der RBL-Homepage zu lesen, wird nicht Dr. Jochen Drees, sondern Manuel Gräfe (Link zum Tweet) die Partie leiten. Unter Gräfe gingen die Leipziger in fünf Spielen fünfmal als Gewinner vom Platz.

1. FC Kaiserslautern – RB Leipzig 0:2
RB Leipzig – FC St. Pauli 4:1
1. FC Magdeburg – RB Leipzig 0:3
RB Leipzig – Holstein Kiel 2:1
RB Leipzig – 1. FC Magedurg 2:1

Mit sechs Punkten Vorsprung geht es zum SC Freiburg und im Gepäck sind mindestens 300 Leipziger, welche die über 1000KM Hin – und Rückfahrt auf sich nehmen um ihre Rasenballer vor Ort zu unterstützen. Im Schwarzwald-Stadion trifft die auswärtsstärkste Mannschaft auf die Offensivstärkste Mannschaft der Liga, aber auch abseits davon verspricht das Spiel viel. Die erste Begegnung mit dem Bundesligaabsteiger aus dem Breisgau konnte keine Mannschaft für sich entscheiden und auch diesmal deuten einige Vorzeichen auf ein Remis hin. Beide Teams spielen einen ähnlich offensiven Fußball, überzeugen aber auch mit einer starken Defensive (Leipzig führt diese Statistik mit 20 Gegentoren an, aber Freiburg liegt mit 27 Treffern gegen sich auf einem guten vierten Platz). Mit Nils Petersen stellen die Freiburger den besten Torschützen (16 Treffer), aber RB Leipzig blieb bereits in neun Spielen ohne Gegentor. Rein von den Zahlen her, sollten sich beide Mannschaften fast neutralisieren, aber wollen wir wirklich auch im Topspiel der zweiten Liga ein Unentschieden sehen? Sollte RasenBallsport gewinnen, hätten die Leipziger einen Punkteschnitt von 2,24. Um eine Mannschaft zu finden, die mit diesem Schnitt nicht den Aufstieg geschafft hat, muss man weit zurück in die Vergangenheit. Schon jetzt müsste der Tabellen-Vierte (St. Pauli) 11 Punkte aufholen, um RB Leipzig vom Thron zu stoßen, aber darf man sich auf diesem Polster ausruhen? Ein Sieg in Freiburg wäre sicherlich noch kein Vorentscheid, aber ein möglichst großes Punktepolster lässt auch spielerische Einbrüche zu und fühlt sich schlichtweg gut an. Die Gefahr mit einem Unentschieden abzurutschen, will wohl kein Fan im Nacken spüren und nachdem die Freiburger das Hinspiel gegen RBL boykottiert haben, wäre ein erneuter Denkzettel auch ein netter Nebeneffekt. Dass die Freiburger ein Montagsspiel boykottiert haben, muss man gewiss nicht erwähnen und so könnte man auch die wenigen mitreisenden Leipziger erklären, aber für diesen Termin und diese Strecken sind 300 Fans schon eine beachtliche Masse. Von anderen ungünstigen Auswärtsterminen weiß man zudem, dass auch wenige Leipziger ihr Team ordentlich supporten und für ihre Mannschaft alles geben.

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

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