Schicksalsspiel für und gegen die Fortuna

Der 25. Spieltag könnte für RB Leipzig unter dem Motto „Immer wieder Montags“ stehen. Bereits zum sechsten Mal in dieser Saison müssen die Rasenballer an einem Montag ran und bisher gab es fünf Unentschieden mit insgesamt drei Toren.

Der kommende Gegner, Fortuna Düsseldorf, kennt sich mit Montagsspielen auch aus und musste selbst schon viermal an einem Montag antreten. Sie gewannen dabei drei Mal und spielten gegen Greuther Fürth 3:3. Insgesamt erzielten sie in den bisher vier Partien sieben Tore.
Die Westfalen sind damit wesentlich gefährlicher als die Leipziger, wobei auch die Tabellenkonstellation das belegt. Düsseldorf liegt derzeit mit 36 Punkten auf Platz 5 und Leipzig könnte mit einem Sieg an den Fortunen vorbeiziehen. Fortuna Düsseldorf ist diese Saison aber auch unglaublich auswärtsstark und 22 von 36 Punkten holten sie in der Fremde. Das bedeutet Platz 2 in der Auswärtstabelle und nur Ingolstadt ist noch gefährlicher auf fremden Rasen. RasenBallsport Leipzig belegt derzeit in der Heimtabelle einen guten vierten Platz und holte 22 Punkte in der Red Bull Arena.
Die Düsseldorfer können auf einen breiten Kader zurückgreifen, wobei noch nicht abschließend sicher ist, ob Erwin Hoffer und Lukas Schmitz die Reise nach Leipzig antreten. Auf Seiten der Leipziger fehlen der gesperrte Compper, der verletzte Khedira und die Langzeitverletzten. Teigl, der in den letzten beiden Spielen aufgrund einer Hüftprellung fehlte, kommt dafür zurück. Über die Aufstellung an sich machte Trainer Achim Beierlorzer wieder einmal keine klaren Aussagen.

Teigl in den Sturm!

Im Hinspiel musste Teigl im Sturm spielen und erzielte beim 2:2 beide Treffer für die Leipziger. Derzeit sind in der Leipziger Offensive aber bis auf Boyd alle Spieler fit und Beierlorzer lässt sich alle Optionen offen: „Wir vertrauen allen unseren Angreifern.“
Der Fokus wird aber auch in diesem Spiel wieder auf der Abwehr liegen müssen. Nachdem man in Karlsruhe in Unterzahl ein 0:0 erkämpfte, muss die defensive auch gegen Düsseldorf stehen. Mit 37 Toren stellt die Fortuna die drittbeste Offensive, wobei allein Charlison Benschop, den auch Beierlorzer für den Dreh – und Angelpunkt hält, 11 Tore schoss. Mit fünf Torvorlagen ist der niederländische Angreifer zudem auch der zweitbeste Vorlagengeber seiner Mannschaft. Nur Michael Liendl legte öfters für seine Teamkollegen zum Tor auf. Achim Beierlorzer kennt auch die Offensivstärke der Düsseldorfer und stellt eine veränderte Aufstellung in Aussicht: „Gegen Düsseldorf müssen wir stabiler werden. Vielleicht sind auch zwei Sechser eine Variante“ Für diese Doppel-Sechs wären Demme und Hierländer eine Möglichkeit, wobei auch Kimmich und sogar Strauß dort spielen könnten. Die Berufung von Strauß wäre aufgrund der guten Leistungen in der U19 von RasenBallsport.
Ob RB Leipzig wirklich mit zwei Sechsern auflaufen wird oder man zurück zum 4-3-3 geht oder sogar eine ganz andere Formation zum Einsatz kommt, ließ Beierlorzer nicht durchblicken.

Das dritte Spiel von Interimstrainer Taskin Aksoy ist gleichzeitig das fünfte für Übergangstrainer Achim Beierlorzer. Das dürfte dem Spiel einen zusätzlichen Anreiz geben. Zudem ist der Aufstieg für Düsseldorf zwar nicht mehr greifbar, aber keineswegs unrealistisch. Die Westfalen werden von ungefähr 350 Fans begleitet. In der Esprit-Arena werden die Düsseldorfer durchschnittlich von 31’292 Zuschauer unterstützt und auch auswärts ist die Unterstützung gegeben. Gegen Heidenheim (1. März) reisten über 1100 Fans ihrer Mannschaft nach und zum letzten Auswärtsspiel an einem Montag (10. November gegen 1860 München) begleiteten 1000 Düsseldorfer die Fortuna.
Das Auswärtsspiel in Leipzig nutzen die Düsseldorfer Ultras, wie schon viele Ultragruppierungen vor innen, zum Boykott beziehungsweise zum schlichten Fernbleiben und Nicht-Support ihrer Mannschaft, was als Begründung für die wenigen Auswärtsfans herangezogen werden könnte. Natürlich könnten die treuen Anhänger auch einfach keine Lust auf die weite Fahrt am Montag haben, aber das ist alles reine Spekulation. Die Düsseldorfer haben prinzipiell eine sehr aktive Fanszene, die seitdem die Mannschaft den Sprung zurück in den Profifußball schaffte, kontinuierlich wächst. 2006, als die Mannschaft Mittelmaß in der damaligen dritten Liga war, hatte der Verein 2000 Mitglieder und 2012, wobei die Fortuna in der Saison 2011/2012 den Aufstieg in die erste Bundesliga schaffte, waren es bereits 17.200 Vereinsmitglieder. Von solchen Zahlen kann man in Leipzig nur träumen, wobei selbst Lokomotive Leipzig nur 1’633 Mitglieder (Stand 1.03.2015) hat. Die Bereitschaft zum Eintritt in einen Fußballverein scheint in Leipzig nicht so gegeben zu sein, wie es in anderen Städten der Fall ist. Da man sich bei RasenBallsport Leipzig aber ohnehin nicht über bloße statistische Zahlen definiert, soll die geringe Mitgliederzahl kein Indikator für die Akzeptanz und Beliebtheit einer Fußballmannschaft sein.
Die bloße statistische Auswertung würde schließlich auch bedeuten, dass RB Leipzig das Montagsspiel gegen Fortuna Düsseldorf nicht gewinnen kann. Die derzeitige Schwäche in der Offensive und die Auswärtsstärke der Düsseldorfer sind eindeutig auf dem Papier, aber was zählt, ist auf dem Platz und dafür landen gerne 5 Euro im Phrasenschwein.

Für das Spiel gegen Düsseldorf kann für alle Fans von RB Leipzig also nur gelten: Ansingen gegen unbedeutende Statistiken und für den ersten Montagssieg.

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

2 Kommentare zu “Schicksalsspiel für und gegen die Fortuna

  1. Es ist so lächerlich, dass die Ultras, die eigentlich sich selbst immer damit rühmen, dass sie immer zur Mannschaft stehen, in Freud und Leid und alles für ihre Mannschaft geben, boykottieren und ihre Mannschaft somit im Stich lassen. Natürlich hat das nichts mit der langen Fahrt zu tun. Heuchlerisch! Dann geht eben in eine Skybar ohne Red Bull und seht hoffentlich, wie eure Mannschaft ohne euch verliert.
    Ich gehe immer zu Spielen meiner Mannschaft. Egal wie sehr ich den Gegner hasse! Das nennt sich Fansein und Liebe zum Verein.

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