Der Vorbericht zum Spiel VfL Bochum gegen RB Leipzig

Während Twitter die letzten Tag voll von „Kaiserslautern ist so peinlich und riskiert eine Geldstrafe“ war, steht mit dem Spiel in Bochum erst einmal der nächste harte Brocken für RB Leipzig an und auch die 1848er dürften RasenBallsport Leipzig nicht als alltäglichen Gegner sehen.

Neun Punkte bis zum Relegationsplatz und noch 21 mögliche Punkte zu holen: Laut Sky, Sport1 und Co. träumt man in Leipzig noch vom Aufstieg in die erste Liga, aber die Rasenballer sind nicht nur spielerisch vom Oberhaus weit entfernt. Der Heimsieg letztes Wochenende zeigte aber, dass man zumindest nicht nur ein Spielsystem anwenden kann und die zweite Halbzeit machte, wie so oft in dieser Saison, Hoffnung. Gegen den VfL Bochum, der in dieser Spielzeit bereits 43 Tore erzielt hat und mit Terodde den Toptorjäger der Liga in den Reihen hat, wird aber nicht nur die Auswärtsschwäche ein Problem darstellen. Die Gastgeber holten zu Hause 18 ihrer insgesamt 35 Punkte, wohingegen RB Leipzig auswärts bisher 12 Punkte aus 13 Spielen holte. Mit 35 Punkten stehen die Ruhrpotter auf Platz 8.

Mach’s noch einmal Frahn!

Das Hinspiel gewann RasenBallsport Leipzig mit 2:0, wobei der Bochumer Holthaus seine Mannschaft mit einem Eigentor frühzeitig auf die Verliererstraße führte. In der 33. Minute sorgte Daniel Frahn damals für die Entscheidung und aufgrund der Verletzung von Damari könnte der etatmäßige Kapitän zumindest als Einwechselspieler ein Tor beisteuern. Den Torjubel, den Frahn am 11. Spieltag mit Boyd zeigte, würden sicherlich viele gerne noch einmal sehen, aber auf Boyd müssen wir noch etwas verzichten. Der amerikanische Nationalspieler befindet sich noch im Aufbautraining. Auf Seiten von RB Leipzig fehlen zudem wohl Khedira und auch hinter dem Einsatz von Hierländer steht noch ein dickes Fragezeichen. Der Ex-Bochumer Klostermann, der in den letzten Partien seine Chancen in der Startelf nutzte, wird wohl wieder neben Rodnei in der Innenverteidigung für das Verhindern von Toren zuständig sein.
Bochums Trainer Verbeek muss auf insgesamt sieben Spieler verzichten und neben dem Pechvogel aus dem Hinspiel fehlen noch Simunek, Yusuke Tasaka, Timo Perthel, Jan Gyamerah, Tobias Weis und Gündüz verletzungsbedingt.

Rund 200 Leipziger werden ihre Mannschaft nach Nordrhein-Westfalen begleiten und gegen 15 000 Bochumer ansingen müssen. Der Zuschauerschnitt der VfLer liegt in dieser Saison bei rund 17 000 und zum Hinspiel riefen zwar einige Ultragruppierungen von Bochum zum Boykott auf, aber trotzdem fanden einige Fans den Weg in die Heldenstadt.

Gegnercheck: Wie sehen uns die Fans von Bochum?

Das Hinspiel wurde, wie so viele Spiele davor und danach, zum Boykott von relativ unbekannten Fanclubs genutzt und auch das morgige Spiel wirft seine Schatten voraus. Die Gruppierung „Fantastic Supporters“ rufen dazu auf „den Bullen zu zeigen, was Tradition wirklich ist“ und im dazugehörigen Beitrag rund um RB Leipzig fallen altbekannte Vorurteile und Thesen. Direkt im ersten Satz wird von „Red Bull Leipzig“ gesprochen und auch der ehemalige Spieler der eigenen Mannschaft, Lukas Klostermann, solle davon ausgehen, dass er wie die restlichen Leipziger Akteure spüren, was man von ihm hält. Nach der Meinung des Autors „Sollte man nichts auslassen, diesem Verein kundzutun, was man davon hält, wenn der sportliche Wettkampf, über das normale Mass der wirtschaftlichen Einflussnahme hinaus, manipuliert wird.“ Die Manipulation wird nicht erläutert und im späteren Text wird auf die finanzielle Situation von Bochum eingegangen und die restliche Saison müsse man möglichst gut platziert beenden, da sich die Fernsehgelder erhöhen, je besser man platziert ist. Die Diskussion, ob man RB Leipzig als reines Marketingprodukt sehen sollte und wie man mit dem Verein und deren Anhänger umzugehen hat, erübrigt sich aufgrund vorhandener unumstößlicher Vorurteile. Als Fan von RasenBallsport Leipzig kann man nur hoffen, dass die Bochumer nach dem Spiel keinen Grund zur Freude haben: „Und ein Sieg gegen das Projekt freut um so mehr!“
Im Gegensatz zu Kaiserslautern und deren Anhänger verzichten die Bochumer Fanszenen fast vollends auf Proteste im Vorfeld der Partie und ob es überhaupt eine spezielle Choreographie oder ähnliches gegen „das Produkt“ geben wird, bleibt abzuwarten.

Den mitreisenden Fans kann man nur gute Gastgeber und einen Auswärtssieg für die entspannte Rückreise wünschen.
Mit einem Sieg könnte RB Leipzig den sechsten Tabellenplatz festigen und zudem den Abstand auf die Spitzengruppe verringern. Eine realistische Möglichkeit auf den Aufstieg würde aber nur entstehen, wenn die restlichen Mannschaften für uns spielen. Kaiserslautern (derzeit Platz 3) muss am Montag in Düsseldorf antreten, aber die Fortunen dürften aufgrund ihrer Tabellensituation (Platz 7 mit 39 Punkten und damit 10 Punkte hinter Platz 3 und 14 Punkte vor Platz 16) nicht mehr die höchste Motivation aufweisen.

Für Leipzig. Für RB. Für rot-weiße Fankultur.

Quelle: fussballdaten.sport.de/
Blog der Fantastic Supporters

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